Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Haifa und seine ökonomische Bedeutung
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
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Vielleicht kommt bald die Zeit, daß mit dem überschüssigen Wasser der Kurdaniquelle ein Teil der Böden des Emek befruchtet werden kann, liegt doch bereits ein Projekt vor, nach welchem das Wasser der Kurdaniquelle in einer Menge, die zur Bewässerung von rund 40.000 Dunam ausreichen würde, bis nach Afule gebracht werden soll. So sieht man, daß der neu erworbene Boden des Keren Kajemeth nicht nur geographisch günstig gelegen ist; er befindet sich in unmittelbarer Nähe des zukünftigen Hafens, er besitzt Teile, welche sich für städtische und industrielle Siedlungen eignen, er besitzt ausgedehnte Flächen, welche für allerlei Pflanzungen taugen, «und überdies verfügt er auch in seinen Tiefen und in der Kurdaniquelle über einen solchen Wasserreichtum, daß auch andere, ferner liegende Ortschaften reichlich mit Wa§ser versorgt werden können. Das »Hebrew Technical Institute« in Haifa- Von Prof. Alex Bärwald, Haifa. Das „Hebrew Technical Institute44 in Haifa kann in diesem Jahre auf ein vierjähriges Bestehen zurücksehen und hat im Dezember die erste Generation von Architekten und Ingenieuren mit dem Diplom in das praktische Leben entlassen. Diese vier Jahre intensiver Lehr- und Lerntätigkeit bergen eine starke Entwicklung in sich und sind der Anfang dazu, Haifa zum technischen Zentrum Palästinas zu machen. Als man vor 19 Jahren begann, das Technikum am Abhang des Karmels zu bauen, hielt man allgemein diese Tat für gänzlich phantastisch. Ringsumher stand kein einziges Gebäude. Weit draußen über der Altstadt Haifas, auf verwahrlostem, nur mit einigen Ölbäumen bestandenem Terrain, ohne Zufahrtsstraßen, entstand ein für die damaligen Verhältnisse Palästinas riesiges Gebäude. Heute liegt es im Zentrum einer neuen jüdischen Vorstadt und genügt kaum noch den Bedürfnissen. Man begreift heute den Weitblick der Männer Achad Haam, Schiff, Wissotzky, James Simon und Paul Nathan, die in dieser wüsten Gegend ein jüdisches Institut für technische Erziehung in Palästina errichten ließen. Der Letztgenannte hat das unsterbliche Verdienst, diesen unvergleichlich schönen Platz für das Institut gewählt zu haben. Nach mancherlei Schicksalen, die das Gelände in Krieg und Frieden durchgemacht hat, gelang es der Energie der ersten Direktoren Blok und Hecker, die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Technikums