Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Haifa und seine ökonomische Bedeutung
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
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als technische Mittelschule im Februar 1925 mit 25 Schülern zu erreichen. Die Schülerzahl zeigte in den folgenden Jahren eine ständige Zunahme: und beweist schlagend die Notwendigkeit einer solchen technischen Erziehungsanstalt. Die Schüler stammten in den ersten Jahren ausschließlich aus Osteuropa (Rußland, Polen usw.), und erst in den letzten Jahren haben die Palästinenser selbst ihr Mißtrauen gegen die neue Anstalt überwunden und schicken ihre Kinder ins Technikum. Der Drang zur höheren technischen Ausbildung ist so stark, daß junge Leute, die bereits jahrelang als Arbeiter im Lande tätig waren, ihre Arbeit verlassen hatten und wieder die Schulbank drückten. Der Nachwuchs der Schüler erfolgt automatisch, ohne Zutun und Reklame von Seiten der Anstalt, und ihr Ruf hat sich im Laufe dieser wenigen Jahre fest begründet. In diesen vier Jahren hat das Institut eine Umwandlung erfahren. Sowohl die Lehrerschaft als auch die Schüler drängten dazu, das Technikum in eine Technische Hochschule umzuwandeln. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Der starke Intellekt unserer technischen Jugend forderte das Beste und Höchste an technischer Erziehung, was nur möglich ist. Der jüdische Student konnte und kann sich nicht damit begnügen, die technischen Wissenschaften auf dem Wege der ihnen gegebenen Formel zu erhalten, wie es auf den technischen Mittelschulen geschieht, sondern er will die wissenschaftliche Entwicklung und Ableitung dieser Formel begreifen und so imstande sein, in jedem Fall der Praxis selbständig den Weg der Lösung zu finden. Dazu kommt naturgemäß, daß er fühlt, wie die höhere akademische technische Bildung ihn als Menschen hebt und befreit und ihm auch im Wettbewerb des Lebens bessere Verdienstmöglichkeiten schafft. Der Mensch mit akademischer Ausbildung wird sich, nachdem dieser Bildungsdrang befriedigt ist, leichter in alle Lebenslagen finden und fügen als der andere, an den stets das Gefühl der Halbbildung nagt und das Bewußtsein, daß er im Kampf des Lebens an zweiter Stelle steht. Dafür, daß das theoretische Studium den Studenten nicht der Praxis entfremdet, sorgt die Bestimmung, daß er sein Diplom nur erhält, wenn er den Nachweis einer einjährigen praktischen Arbeit im Büro oder auf dem Bau liefert. 1925 1926 1927 1928 1929 25 65 83 97 125