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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 22

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Haifa und seine ökonomische Bedeutung
Date
1929-04-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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langen Naamens bis zu seiner Einmündung ins Meer wird keine geringe Arbeit sein und wird viel Geld kosten. Sie wird aber durchgeführt werden müssen, wenn dieser nördliche Teil des Bodens bewTohnbar gemacht werden soll. Wird auch von hier die Malariagefahr weichen, so kann dem ganzen neuen Besitz des Keren Kajemeth eine schöne Zukunft prophezeit werden. Die heute brachliegenden Gelände können beinahe durchweg bepflanzt und besiedelt werden. Neben der günstigen Lage dieses Gebietes nahe dem zukünftigen Hafen wird der Boden den Vorzug seines Wasserreichtums besitzen, welcher von keinem anderen Teil Palästinas übertroffen wird. Es ist allgemein bekannt, daß die Landwirtschaft Erez Israels hauptsächlich mit denjenigen Kulturen Erfolg haben kann, zu deren Gedeihen Bewässerung erforderlich ist. Wo also Wasser in genügenden Mengen und zu billigen Preisen erhältlich sein wird, da ist auch Prosperität zu erwarten. Wasser ist aber auf dem in Rede stehenden Gebiete in einer solchen Menge verfügbar, daß es nicht nur für die ausgiebige Bewässerung der eigenen Böden reichen wird, sondern auch an andere, weiter liegende Ortschaften wird abgegeben werden können. Untersuchungen an Ort und Stelle haben gezeigt, daß es im Gebiet zwischen Haifa und Akko verschiedene Möglichkeiten der Wasserbeschaffung gibt. Vor allem können hier fast auf dem ganzen Gebiete in geringer Tiefe gewöhnliche Brunnen gegraben werden, wenn auch die Ergiebigkeit der mit solchen Brunnen erschlossenen ersten Grundwasserschicht im allgemeinen nicht sehr groß ist. Brunnen mit und ohne Bohrungen werden hier dieselben Dienste leisten wie im ganzen Lande. Von besonderer Wichtigkeit aber ist es, daß zu dem neuen Besitz des Nationalfonds die schon mehrfach erwähnte Kurdaniquelle gehört, welche den ganzen Sommer hindurch eine Wassermenge von 2.5 bis 3 m3 pro Sekunde führt. Bewässerte Kulturen benötigen im Durchschnitt etwa 600 m3 Wasser pro Dunam und Jahr. Das entspricht einem Tagesbedarf von 3 my bei einer Dauer der Bewässerung von 200 Tagen im Jahr. Die Kurdaniquelle gibt aber bei nur sechzehnstündiger täglicher Ausnutzung 140.000 bis 170.000 m3 pro Tag, eine Wassermenge, welche für die Bewässerung einer Fläche von rund 50.000 Dunam genügt. Alles in allein wird man also in diesem Gebiete über Wassermengen verfügen, die weitaus größer sind, als man sie hier je benötigen wird. Und es erhebt sich die Frage, ob wirklich das überschüssige Wasser für ewige Zeiten unausgenutzt bleiben wird, während nicht weit davon zehntausende Dunam Land, das ganze westliche Emek. wegen Wassermangel verdursten.

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