Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Haifa und seine ökonomische Bedeutung
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
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zehnten Jahrhunderts hatte Akko viele Schlachten und Belagerungen zu erdulden, in deren Folge sein Hafen beschädigt wurde. Außerdem hatte Haifa den Vorteil seiner Heiligkeit, die fortfuhr, viele Christen anzuziehen. Am Beginn des vorigen Jahrhunderts hatten katholische Mönche das Kloster von Elijahu auf seinen Ruinen wieder aufgebaut. Sie vollendeten den Bau im Jahre 1853. Im Jahre 1868 kamen die schwäbischen Bauern und gründeten die deutsche Kolonie. Viele Flüchtlinge und Gemeinschaften suchten in Haifa Schutz, denn die Stadt bot eine immer steigende Sicherheit, weil die großen europäischen Machte dort durch ihre Konsuln vertreten waren. Dies gab der Entwicklung der Stadt einen großen Impuls, wobei in den letzten zwanzig Jahren die Juden die wichtigste Rolle gespielt haben. Vor hundert Jahren war bloß eine Hand voll Juden in der Stadt, gerade genug für Minjanim. Die Einwanderung aus Marokko, Syrien, Smyrna und Konstantinopel brachte viele sephardische Juden in die Stadt. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zählten die Juden schon mehrere hunderte Köpfe, anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts 2000. Die Bedeutung der neuen Stadt, welche sich bereits über eine beträchtliche Fläche ausdehnt und die dereinst 50 km2 bedecken wird, ist ganz verschieden von der in früherer Zeit. Mit dem Bau des Hafens werden die Tage des Handels mit Indien wiederkehren. Aber dann wird nicht Akko die Schlüsselstadt sein, sondern das jüdische Haifa. Der Keren Kajemeth hat jene große Bodenfläche erworben, die für die künftige Entwicklung der Stadt notwendig ist. Gedanken zur städtebaulichen Entwicklung von Haifa und seiner Umgebung. Von Architekt Richard Kauffmann, Jerusalem, M. T. P. I.*) Haifa verdankt die Möglichkeiten zu einer großen Entwicklung in der Zukunft hauptsächlich den natürlichen Gegebenheiten einer fast einzigartigen bevorzugten Lage. Diese grundlegenden natürlichen Bedingungen wurden bereits bei vielen Gelegenheiten und in vielen Veröffentlichungen besprochen, sie werden zum Teil in den Aufsätzen dieses Heftes berührt und sind von dem Verfasser in dem unten erwähnten Artikel behandelt worden**). Da die Kenntnis dieser Gegebenheiten *) Vergl. hierzu den Artikel des Verfassers „Fundamentale Probleme für die künftige Entwicklung Haifas" in „Palestine and Near East", Vol. III, Nr. 19. **) Da dieser Artikel grundlegende Probleme der städtebaulichen Entwicklung von Haifa behandelt, ist seine Lektüre zum Verständais dieses Artikels notwendig.