Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Haifa und seine ökonomische Bedeutung
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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dem Fall des Khalifats von Bagdad nicht in ihr. Anderseits zog aber das religiöse Ansehen der Stadt die Kreuzfahrer an und sie belagerten Haifa im Jahre 1099. Die Juden und Moslim verteidigten die Stadt kühn und trotzig, weshalb sie samt Frauen und Kindern von den Christen ausgerottet wurden, als die Stadt fiel. Die Kreuzfahrer hielten sie zirka 150 Jahre, in deren Verlauf sie viele schöne Baulichkeiten errichteten, von denen noch heute Spuren erhalten sind, bei Ruschmia, Tira, Atlith usw. Nach dem Krieg erlaubten die Christen den Juden und Moslem wieder die Niederlassung in Haifa und anderen Städten, da sie sie als Vermittler bei ihrem Handel mit dem Orient brauchten. Während dieser Zeit belebten die Juden wieder die Purpurfärberei, weshalb die Stadt damals auch Porphyrion genannt wurde. Während Akko ein wichtigeres Zentrum war, konnte sich Haifa im zwölften Jahrhundert doch eines schönen Hafens rühmen, in dem große Schiffe und Galeeren vor Anker gehen konnten, wie dies der arabische Geograph Idrisi berichtet. Er ist es, dem wir die erste genaue Information über die Lage von Haifa verdanken. Sie lag „unter dem Vorgebirge44 (dies bezieht sich auf Ras el Crum) „des Karmel, welches eine Landspitze ist, die in das Meer ragt44. Sein jüdischer Zeitgenosse Rabbi Benjamin von Tudela, der Haifa um 1660 besuchte, zitiert diese Worte und fügt hinzu, daß es dort „viele jüdische Gräber44 gibt, an der Bergseite die Höhle des Eljah, neben der „zwei Edomiten44 (Christen) einen Altar gebaut hätten, den sie St. Elias nannten. Im Jahre 1187 nahm Saladin Haifa ein und zerstörte seine Festungen. Aber die Christen kamen in die Stadt zurück und bauten ein Kastell in der Gegend des alten Schikmona „zwischen Haifa und Caesarea44, wie der arabische Reisende Yakut im dreizehnten Jahrhundert sagte. Dieses befestigte Kastell beschützte die Hauptstraße von Saron nach Akko. Zum selben Zweck bauten die Kreuzfahrer auch die Festung Ruschmia auf den Karmel, um den einzigen Weg zu bewachen, der den Karmel längs des Wadi Ruschmia und den Wadis des Dorfes Tirah schneidet. Am Ende der Kreuzzüge gab es in Akko eine große jüdische Gemeinde. In ihren Augen war Haifa ein heiliger Platz, wo sie ihre Toten begruben und an den Gräbern ihrer heiligen Männer beteten. Zufolge Rabbi Jizchak Hilo, der im vierzehnten Jahrhundert lebte, wurden die meisten der Weisen in Israel, die im dreizehnten Jahrhundert nach Palästina gekommen waren, hier begraben. Zu seiner Zeit war die jüdische Gemeinde in Haifa durch ihre Frömmigkeit berühmt. Es scheint, daß die Mehrzahl der 300 Rabbiner, die zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts nach Palästina kamen, sich in Haifa oder Akko niederließen. Viele von ihnen wurden in Haifa begraben, unter ihnen Nach-