Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1929)
- Article
- Haifa und seine ökonomische Bedeutung
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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Zeit gab es eine Siedlung dort, wo heute Hadar Hakarmel steht. Tatsächlich wurde vor einigen Jahren ein Mosaikfußboden im Garten der hebräischen Mittelschule gefunden. Vielleicht stand auf diesem schönen Platz das Wohnhaus eines reichen Mannes oder eine Synagoge. Von der Zeit der letzten römischen Kaiser an bis zu den arabischen Eroberern wissen wir von der Stadt nur wenig. Im Jahre 326 n. Chr. errichtete Helena, die Mutter Konstantins, ein Kloster, nahe den Höhlen, die bis heute mit den Namen von Elijah und Elisa verknüpft sind. Die Ruinen dieses Klosters, mit griechischen Inschriften bedeckt, standen noch zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Gerade vor der Zeit Helenas hatten die Christen die Anbetung der Götter des Karmels wieder eingeführt und mit dem Kultus Elijahs des Propheten begonnen. Wir haben dafür eine Nachricht im Tacitus, zweites Jahrhundert vor Christi. Er erwähnt das berühmte Orakel des Gottes des Karmel, der weder eine Statue noch einen Tempel hat, sondern bloß einen zu seiner Ehren erbauten Altar. Die Entwicklung der Stadt wurde sehr gefördert durch die religiöse Bedeutung, der ihr durch die Christen beigelegt wurde, die auch von Juden und Moslim angenommen wurde. Noch bevor das Christentum die herrschende Religion wurde, zogen sich christliche Eremiten in die durch die Höhlen des Karmels ermöglichte Abgeschiedenheit zurück. Am Beginn des fünften Jahrhunderts zogen sie ins Kloster und lebten dort nach den Vorschriften des heiligen Basilius. Auch von der arabischen Eroberung an wissen wir wenig über Haifa. Es scheint, daß dort im achten Jahrhundert eine karaitische Gemeinde bestanden hatte. Im elften Jahrhundert besuchte der persische Reisende Nasir-i-Khusran die Stadt und beschrieb sie als einen schönen Platz am Meeresstrand, überreich an Dattelpalmen und anderen Bäumen. Ihre Einwohner bauten große Schiffe, „Judi" genannt. Auf dem Weg nach Akko fand man einen feinen Sand von der Art dessen, den die persischen Goldschmiede verwendeten und „Mekkasand" nannten. Es gab in diesem Jahrhundert zahlreiche Juden in Haifa und eine Zeitlang war auch die Leitung der Stadt in ihren Händen. Viele Weise mit ihren Schülern wohnten dort, teils ständig, teils als zeitweilige Zuflucht vor dem Ungemach, das mit den Kriegen zwischen Sedschuken und Ägyptern verbunden war. Im Jahre 1083 berief der Gaon Rabbi Eljahu ben Schlomo Hacohen eine wichtige Versammlung in das Gemeindehaus zwecks Wiederbestätigung der Autorität und der Stellung des Gaonates. Die Stadt war ruhig und fern vom Getöse der Welt gelegen, abseits von den wichtigen Straßen und selbst die Straße Saron—Akko berührte sie nicht. Daher verweilten die verschiedenen Eroberer des zehnten und elften Jahrhunderts nach