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Palästina · 1929-04-01 · Heft 4-5 (April 1929) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 4-5 (April 1929)
Article
Haifa und seine ökonomische Bedeutung
Date
1929-04-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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und Wellenbrecher in Haifa zu bauen, hoffe ich auch, daß man die Arbeit so sehr wie möglich beschleunigen wird. Und so sehe ich hoffnungsfroh in die Zukunft, die Haifa zu einem großen Stapelplatz für Waren machen wird, zu einem Fabrikationszentrum, zu einem Touristen- und Wohnort, der Beschäftigung gibt, Reichtum schafft, Handel und Verkehr belebt und überdies in Asien ein kulturelles Zentrum westlicher Zivilisation entstehen läßt. Die Zukunft von Haifa. Bemerkungen von Lord Melchett, London. (Aus einer Rede auf der Konferenz der amerikanischen Nichtzionisten, Oktober 1928.) Palästina war immer ein Verkehrsmittelpunkt der Welt. Ich definierte es einmal als das Belgien des Orients, mit seiner Lage zwischen weit größeren und mächtigeren Ländern. Es ist auch heute ein Verkehrszentrum. Ich reiste im vorigen Jahre durch Syrien, Damaskus, Bagdad und Persien, das gewaltige Hinterland Palästinas, in das der ganze mittlere Orient mündet. Was geht heute vor sich? Der Hafen von Haifa ist der schönste Hafen am Mittelmeer nach Alexandrien, Neapel und Genua. Dieser Hafen wird von der Regierung ausgebaut werden. Der Ausbau des Hafens wird den Anfang des wirklichen wirtschaftlichen Lebens Palästinas inaugurieren. Dieser Hafen wird der Endpunkt der großen Petroleumleitung sein, die von Mesopotamien kommt. Er wird Kopfstation einer großen Eisenbahn werden. Haifa wird in zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren ein Hafen wie Genua und Alexandrien sein. Und bei all dem ist nichts Jüdisches. Es ist seine geographische Lage, die Haifa zum Mündungspunkt des Landes macht. Ich zeige Ihnen das Bild. Es ist kein Bild, keine Prophezeiung, sondern eine wirtschaftliche Entwicklung, die kommen muß. Andere haben sie schon gesehen. Sie beginnen Boden zu kaufen, Positionen zu besetzen. Wenn wir uns nicht zusammentun und innerhalb der nächsten fünf Jahre etwas schaffen, dann könnte es geschehen, daß das Ideal, das wir uns in Palästina gesetzt haben, niemals verwirklicht werden kann. Ich mache mir keine Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas. Sie ist sicher. Die Frage ist nur, wer sie in die Hand nehmen wird.

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