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Palästina · 1929-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1929) · p. Seite 46

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1929)
Article
Die hebräische Presse in Palästina
Date
1929-02-01
Page
Seite 46 (sequence 3)
Language
German
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blatt zur „Havazeleth", In dieser Beilage drückte B. J. seine Ideen: Nationale Renaissance, Wiederbelebung der hebräischen Sprache, in einer für Jerusalem sehr neuartigen Weise aus und gab den Plan bekannt, eine hebräische Jeschiwah zu gründen. (Bis dahin war in den Religionsschulen die Unterrichtssprache jüdisch oder spaniolisch.) Frumkin, der verantwortliche Redakteur der „Havazeleth", fand diese Ideen seltsam. Ende des Sommers 5642 (1882) wurde daher die Beilage eingestellt. Ben Jehuda edierte ein neues Wochenblatt den „Hazevi". Das Blatt wurde bald populär. Mit der Nr. 17 wurde der Umfang vergrößert, ohne den Preis zu erhöhen, „damit auch die Armen erfahren können, was auf der Welt vorgeht". Ben Jehuda sammelte eine Reihe von Schriftstellern um sich, denen er lehrte, wie man schreiben und die Tagesneuigkeiten darstellen müsse. Er wählte auch in den Provinzstädten und Kolonien Korrespondenten und Mitarbeiter. Das Publikum gewöhnte sich langsam daran, in dem Blatte ein Organ zu sehen, das seine Mission natürlich nach dem Geist der Zeit ehrenhaft erfüllte, und es fand daher viele Leser. Später hatte Ben Jehuda einen harten Kampf mit dem Fanatismus der Rabbiner zu führen, da sein Blatt nicht nach ihrem Geschmack war und sie ihn öfters mit dem Bann belegten. Aber der kühne Journalist, seiner Mission getreu, achtete nicht darauf, er begann vielmehr eine Beilage zu seinem Blatt zu edieren, die er „Haor" (das Licht) nannte. Infolge einer Verleumdung durch seine Gegner wurde Ben Jehuda eingekerkert und ihm verboten, den „Hazevi" herauszugeben. Nur durch die Anstrengungen seiner Anhänger kam er frei und erhielt wieder die Erlaubnis, das Blatt herauszugeben. Im Jahre 5657 (1897) begann er mit der Edition einer Wochenschrift, betitelt „Haschkafah" (Revue), das der Diaspora gewidmet war und zwei Jahre lang erschien. Nach verschiedenen Wechselfällen, während deren die eine oder andere Zeitung auftauchte und verschwand, wurde die Konstitution in der Türkei verkündet (1908), wodurch die Publikationen regelmäßiger wurden. Im Jahre 5669 (1909) wurde „Haschkafah" neuerdings eingestellt und „Hazevi" in ein Tagblatt verwandelt. Schon nach sieben Monaten wurde er wieder verboten und die Herausgabe von „Haor" aufgenommen, der bis zum Ende des Weltkrieges erschien. Während dieser Zeit, und speziell in den letzten Jahren, erschienen verschiedene andere periodische Zeitschriften, in etwas unregelmäßiger Weise, wöchentlich, monatlich usw. mit verschiedenen Zwecken. Infoige der starken Zunahme der jüdischen Bevölkerung, namentlich in der Hauptstadt, wo der größte Teil der Gemeinden und der Wohltätigkeitsinstitute konzentriert waren und wo in beiden die einzelnen Menschen je nach der Herkunft voneinander isoliert waren, herrschten sehr verschiedene Interessen, die ihre Vertretung in Blättern verlangten, welche naturgemäß in Gegensatz zu den bestehenden treten mußte. Trotz der Kleingeisterei, die damals in der Presse herrschte, zeigte sich doch eine gewisse Lebensenergie, eine direkte Beziehung zum wirklichen Leben, insbesondere wenn man bedenkt, daß zu Zeiten der alten Türkei Palästina eine Eigenart für sich hatte: Zeitungen in anderen Sprachen gab es nicht und die einzige Presse, die existierte, war die henräische. Es gab schon einen genügend entwickelten hebräischen Journalismus in der Diaspora, der in bezug auf das literarische und ideologische Niveau dem von Erez Israel überlegen war; aber einen hebräischen Journalismus, der sich stark an das wirkliche Leben hielt und im bemerkenswerten Maße mit den öffentlichen Interessen befaßte, gab es nur in Erez Israel, da jener der Diaspora in gewissem Sinne mit dem wirklichen Leben der Juden nicht zusammenhing.

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