Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die hebräische Presse in Palästina
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 45 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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auf deren Kopf sich folgende Anzeige befand: „Berichtet über den Gesundheitszustand von Jerusalem, bringt die Neuigkeiten aus dem Heiligen Lande überhaupt und jene aus Jemen und Indien, soweit sie den Juden interessieren." Die Hälfte dieser Zeitschrift war der „Thora und den Wissenschaften" gewidmet, in einer „Kevod ha Levanon" (Der Ruhm des Libanon) betitelten Rubrik; sie enthielt Artikel der bedeutendsten Rabbiner jener Zeit. Man kann sich denken, welcher Art die Neuigkeiten und Informationen über das Heilige Land und sogar über Indien und Jemen waren, welche dieses Blättchen einmal im Monat auf bloß zwei Seiten verbreitete. Um so mehr, wenn man bedenkt, daß ihm die modernen Verkehrsmittel nicht zur Verfügung standen und die damaligen, unter der türkischen Herrschaft, antediluvianische waren. Aber es handelte sich um einen Anfang. Es begann also im Heiligen Lande das erste Nachrichtenblatt zu erscheinen. Bis dahin wurden die Nachrichten dorthin durch Briefe, durch Konsuln, Missionäre, Wohltätigkeitsvereine usw. gebracht. Dieses Blättchen wurde schnell Parteiorgan. In dem damals ausgebrochenen Streit der Jerusalemer Rabbiner ergriff „Levanon" Partei. Dies führte dazu, daß die andere Seite sich ihr eigenes Blatt, den „Havazeleth" (Die Rose) gründete, deren Redakteur Rabbi Israel Back war, mit dessen Namen die Errichtung der ersten Druckerei in Jerusalem verknüpft ist. Dieses neue Blatt hatte kein langes Leben, denn als der Streit der Rabbiner beigelegt war, bedurfte es keines zweiten Blattes mehr. Da der „Levanon", obzwar er schon über ein Jahr existierte, nicht die behördliche Erlaubnis hatte, begab sich einer seiner Redakteure, Jehiel Brill, nach Konstantinopel, um sie zu erlangen. Da ihm dies nicht glückte, verlegte er den Sitz der Zeitung nach Paris und reservierte darin den Angelegenheiten von Jerusalem eine Spezialrubrik, betitelt „Der Turm des Libanon, welcher gegen Jerusalem schaut". Nach einer Unterbrechung von sieben Jahren, in denen Jerusalem ohne Zeitung blieb, wurde 1870 die Halbmonatsschrift „Havazeleth" von J. D. Frumkin, Besitzer der Druckerei Back, und Michael Hacohen gegründet. Frumkin, der bald Alleinredakteur wurde, verstand ein wenig von der wirklichen Mission einer Zeitung und schrieb zugunsten des Fortschritts in Jerusalem. Seine Artikel gegen die Chalukka und gegen den Fanatismus erregten den Zorn der Rabbiner und Gemeindevorsteher, welche sich eine Art von Zensur anmaßten. Da sich aber der Redakteur nicht fügte, sprachen die Rabbiner ihr Veto gegen das Blatt aus. Damit begann ein heftiger Kampf zwischen dem Redakteur und den Rabbinern. Zur selben Zeit wurde Frumkin infolge von Denunziationen zu einigen Wochen Kerkers wegen Beleidigung des amerikanischen Konsuls in Jerusalem verurteilt. Aus dem Kerker entlassen, nahm Frumkin die Herausgabe des Blattes wieder auf, das zuerst dreimal, dann einmal in der Woche erschien. Das Blatt, das sehr viele Wandlungen durchmachte, lebte 40 Jahre. Unter seinen Hauptmitarbeitern war Eliezer Ben Jehuda, welcher wegen Meinungsverschiedenheiten mit Frumkin im Jahre 5642 (1882) sein eigenes Blatt herauszugeben begann. In der selben Zeit kamen einige andere bescheidene Halbmonatsschriften heraus: „Schare Zion", „Jehudah we Jerusalem", Provinzblätter, welche die lokalen Interessen: kleine Streitigkeiten m der Gemeinde, bei den Wohltätigkeitsinstituten, bei den Rabbinern usw. durch Argumente aus der Bibel und talmudische Dialektik behandelten. Eine neue Ära für den hebräischen Journalismus in Palästina wurde durch das Blatt Ben Jehudas eröffnet, an dessen Name sich die Renaissance der hebräischen Sprache als gesprochene knüpft. Sein erstes Blatt, eine Monatsschrift: „Ha Mevassereth Zion" (Die Botschaft von Zion), erschien mangels einer speziellen Erlaubnis als Bei-