Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Traubenkultur
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 42 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina entgegen. Bei Reduktion der Frachttarife könnten nach Ägypten 2000 bis 3000 t jährlich exportiert werden. Was England betrifft, so ist eine Probesendung dorthin gut ausgefallen. (Siehe darüber unsere Nachricht Nr. 5/7, S. 309.) Gesamtsituation: 1. Die mit Tafeltrauben kultivierte Fläche hat sich zwischen 1924 und 1927 verdoppelt. Obzwar sie bei den Juden stärker gewachsen ist als bei den Arabern, haben sie erst 11% Anteil (5556 von 49.880 Dunam). 2. Selbst gegenwärtig, wo erst 70% der Flächen Frucht tragen, ist «ine den heimischen Bedarf übersteigende Produktion vorhanden. Dieses Plus wird steigen, bis die noch nichttragenden Flächen, zirka 20.000 Dunam, Ernten haben werden. Die Exportkommission meint, daß die Überproduktion nicht gefährlich sein wird, sobald die Traubenindustrie richtig organisiert sein wird. (Gemeint ist wohl die Absatzorganisation.) Bis dahin könne sie die weitere Ausdehnung der Kulturen nicht empfehlen. 3. Zwei hauptsächliche Märkte scheint es zu geben: Ägypten für die minderen, England für die besten Sorten. Der Export hängt von folgenden Faktoren ab: a) daß Palästina imstande ist, die auf diesen Märkten verlangten Sorten zu produzieren, b) daß die Trauben auf diesen Märkten sehr früh, im Juli, erscheinen, wenn noch wenig Wettbewerb aus anderen Ländern vorhanden ist, c) daß besondere Methoden für Packung und Transport angewendet werden, d) daß eine eigene Verkaufsorganisation entwickelt wird. Während der englische Markt bessere Preise zahlen wird, hat der ägyptische den Vorteil, näher zu sein, und es sollte möglich werden, die Trauben schon 40 Stunden nach dem Pflücken auf dem ägyptischen Markt zu verkaufen. 4; Es sind noch wenig Daten über die Rentabilität vorhanden. Erst wenn über alle Details nähere Daten vorliegen werden, wird es möglich sein, darüber zu urteilen, ob die palästinensischen Trauben mit anderen Provenienzen in Europa und Ägypten konkurrieren können. 5. Wahrend die Absatzorganisation für Wein kein Problem ist, so ist die für Tafeltrauben ein solches. Hier erscheinen die Schwierigkeiten noch größer als bei Orangen, weil der Hauptteil der Pflanzer aus Nichtjuden besteht und die Frucht auch verderblich ist. Nähere Untersuchungen müssen angestellt werden über die Frage der Organisation eines zentralisierten Verkaufes aller frischen Früchte durch eine Organisation.