Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Versorgung der Juden Palästinas mit Spitälern und Polikliniken
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 28 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379874-2379877-2388554--08537-2388795- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
28 in dem stets einige Frauen 1 bis 2 Wochen der Entbindung in Ruhe entgegensehen. Es ist dies einstweilen die einzige derartige Station im Lande. Die Spitäler der Hadassah sind räumlich zu beengt, tan eine analoge, bei aen Wohn- und Lebensverhältnissen der jüdischen Frauen in Palästina sehr wichtige, die körperliche Entwicklung der Leibesfrucht1) und die Frühsterfclichkeit der Neugeborenen günstig beeinflussende Einrichtung zu treffen. Trotz seiner primitiven Verhältnisse kann dieses provisorische Spital den anderen palästinensischen Unternehmungen als Muster in mannigfacher Hinsicht dienen. In den nächsten Jahren soll es ein neues :Heim in der Nähe von Afule in einem modernen Anforderungen eines Ländspitälchens von 50 bis 70 Betten mehr als entsprechenden Bau erhalten. Die anderen zwei Spitälchen der Krankenkasse (Hedera, Petach- -Tikwah) haben keinen permanenten Betrieb, sie sind je nach Bedarf nur einige Monate für Typhus-, Dysenterie-, Papatacci- und Malariakranke äffen. Die Kupat Cholim verfügt derzeit über 2 Erholungsheime. Das altere, in Moza bei Jerusalem, in 700 m Höhe, zählt jetzt 36 und wird nach Fertigstellung 60 Betten haben. Das erst im Juni 1928 eröffnete Erholungsheim auf dem Karmel bei Haifa (300 m) mit einstweilen rund 20 Betten, ist zum Teil für Wöchnerinnen bestimmt. Die an und für sich für eine Kasse >on etwa 14.000 Mitgliedern beträchtliche Zahl von Erholungsbetten erklärt sich zum Teil mit der Not an Spitalsbetten, mit der sehr kurzen Verweilsdauer der Patienten in den Krankenhäusern und mit den ungünstigen Wohn- und Verpflegsverhältnissen der Rekonvaleszenten. Für die 'Erholimg der der Kasse nicht angehörenden armen und mittellosen Beröfkerungsschichten ist dagegen einstweilen gar nicht gesorgt. Das Spital "Share Zedek (Jerusalem) ist seiner Anlage gemäß besonders für Aufnahme von Infektionskranken (namentlich des Kindesalters) geeignet; es beherbergt auch interne, geburtshilfliche und chirurgische Fälle und hat in dieser Richtung im letzten Jahre seinen Wirkungskreis durch Heranziehung von Privatärzten, denen ein Teil der Betten überlassen wurde, erweitert. Das schön gebaute Spital „Bikur Cholim" (interne, geburts- 'Mlfliche und chirurgische Abteilung) arbeitet ebenfalls mit frei praktizierenden Aerzten — 5m Gegensatz zu den Spitälern der zionistischen -Organisation. Die mit den jüdischen Spitälern verbundenen Ambulatorien und die »Ambulatorien der Kupat Cholim in den Städten sind auf Grundlage weitgehendster, die Spitäler noch übertreffender, spezialistischer Arbeitsteilung aufgebaut. Jeder banale Augenkatarrh erfordert Einträufeln des Medikamentes durch den Spezialisten, jede geringfügige Bronchitis die JJiitersüchung durch einen Internisten, jeder kleine Abzeß Intervention $ines Chirurgen, jede Fettansammlung im äußeren Gehörgang Behandlung Airch einen Ohrenarzt usw. Diese Gliederung des Ambulanzbetriebes ist $owöhl in Jerusalem und Tel-Aviv, wie in den kleinen Städtchen Haifa md Tiberias, sie ist sowohl in der Hadassah wie in der Kupat Cholim, durchgeführt. Die Ambulanzen sind überfüllt, trotz der vielen Behandkmgsstellen (s. früher) ziehen viele Leute unverrichteter Dinge ab, während andere, da es nichts oder fast nichts kostet, von Ambulanz zu Amihttiahz, bezw. von Spezialisten zu Spezialisten wandern. Bei der sehr 1 J In Ejn Harod Geburtsgewicht von 416 Lebendgeburten im Durchschnitt; 3198 g; »>»*der Hadassah bei Europäerianea 3122 g (645 Fälle) tiftd bei orientalischen Jüdinnen 3607 | {496 Fälle).