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Palästina · 1929-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1929) · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1929)
Article
Die Versorgung der Juden Palästinas mit Spitälern und Polikliniken
Date
1929-02-01
Page
Seite 29 (sequence 14)
Language
German
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häufigen Geneigtheit der Juden, är,ztliche Hilfe aus geringstem Anlaß zu beanspruchen und in der Bedeutung des eigenen Falls zu aggravieren« ist die ungeheure Erleichterung des Bezuges ambulatorischer Hilfe . im allgemeinen und die weitgehende Dezentralisation der spezialistischen Hilfe im besonderen vom Standpunkt rationeller Gesundheitsverwaltung nicht ohne weiters gutzuheißen. Es wird der in Palästina stark verbreiteten Neurasthenie Vorschub geleistet, Neurosen werden förmlich gezüchtet, die medizinischen Institutionen werden über Gebühr belastet, Gelder der eigentlichen kolonisatorischen Aufgabe unnützerweise entzogen, den frei praktizierenden Aerzten eine sehr oft unberechtigte Konkurrenz gemacht und zum Teil Tendenzen im Volke erhalten und gepflegt, deren Bekämpfung notwendig wäre. Wie groß der Bevölkerungskreis ist, der auf die allgemein zugänglichen Polikliniken angewiesen ist, bezw. von ihnen Gebrauch macht, ist nicht zu bestimmen. Daher kann auch nicht genau errechnet werden, wie häufig von diesem Kreis die Hilfe beansprucht wird. Bezüglich der Krankenkasse sind wir schon besser daran, ohne jedoch unsere Ansprüche an die Genauigkeit allzu hoch zu schrauben. Im Jahre 1926 entfielen pro Kopf (d. h. Mitglied plus Angehörige) in Jerusalem und Tel-Aviv über 5, in Tiberias zirka 5 und in Haifa zirka 4 Erkrankungen, die in der Kassenpoliklinik behandelt wurden. Im Laufe des ganzen Jahres kamen ambulatorische Krankenbesuche: pro Mitglied pro Kopf (Mitglied Erkrankung d. Kasse und Angehörigen) ^ommtamg Besuche Besuche ßesucne Tel-Aviv .......57 25 4.5 Tiberias .......31 15 3.7 Haifa ......... 28 15 3.5 Jerusalem ...... 27 15 2.5 Für die besonders ungünstigen Zahlen in Tel-Aviv ist zum Teil die ökonomische Krise, mehr noch sind rein organisatorische Momente maßgebend. In Palästina handelt es sich in größerem Prozentsatz als in europäischen Kassen um leichte Krankheiten ohne Erwerbsunfähigkeit die ambulatorisch erledigt werden; es besteht dort die Tendenz, jeden Patienten, der auch nur einige Tage bettlägerig bleibt, in Spitalspflege zu geben. Daher ist in Palästina die Zahl der Krankentage mit Erwerbsunfähigkeit (= Krankengeld) pro Mitglied kleiner, dagegen die Zahl Krankenhaus- und Genesungsheimtage1) größer als in Mitteleuropa. Größer als in der Kupat Cholim ist die Zahl Besuche pro Erkrankung in den Ambulatorien der Hadassah. In Tel-Aviv und Jerusalem2), wo es auf je 1%—2 jüdische Einwohner pro Jahr eine in der Hadassah behandelte Erkrankung gibt, kommen auf jede Erkrankung 5 Besuche. In Tiberias entfallen pro jeden jüdischen Einwohner im Jahr 4 Erkrankungen mit 24 Besuchen in der Hadassah. In Haifa kommen pro jede Erkrankung 4; in Safed dagegen 13, in der augenärztlichen Abteilung sogar durchschnittlich 29 (!) ambulatorische Besuche. Diese Zahlen sind horrend. Die ländlichen Ambulanzen melden im Jahre etwa 400.000 Besuche bei einer jüdischen Gesamtbevölkerung von etwa 33,000 Seelen, 1) Pro 1000 Mitglieder waren im Jahre 1926 durchschnittlich 14 Betten täglich belegt; auf jede« dritte Mitglied kam eine Spitalsaufnahme. Im Jahre 1927 war letztere Zahl noch größer. 2) Die nichtzionistischen jüdischen Institutionen weisen pro Jahr auf jeden Juden etwa VA Patienten aus.

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