Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Versorgung der Juden Palästinas mit Spitälern und Polikliniken
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 25 (sequence 10)
- Language
- German
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25 Fäkal tat, die sich auf jüdische Spitäler stützen könnte, der geringe Umfang defr gesamten jüdischen Bevölkerung in Palästina im Wege. Auch wenn wir die arabische Bevölkerung dazurechnen würden, könnten weder die klinische und pathologisch-anatomische Forschung noch der systematische Unterricht und Ausbildung befriedigt werden. Die Schaffung einer Kopie des Beiruter Arztes ist keineswegs erwünscht. Palästina hat genug — übergenug — europäisch ausgebildete jüdische Aerzte. In Palästina ist jedoch Platz für einige medizinische Forschungsinstitute, vor allem zum Studium der Landesverhältnisse vom medizinalstatistischen, sozialhygienischen und epidemiologischen, vom hygienisch-bakteriologischen und prötözoologischen Standpunkte. Auch die Klinik der parasitären Erkrankungen könnte bei Ausstattung der Spitäler mit guten klinischen Laboratorien und entsprechenden Aerzten aus der Forschung einigen Nutzen ziehen. Für die meisten medizinisch-klinischen Fächer ist jedoch Palästina ein zu kleines Betätigungsfeld und kein politisch noch so triftiger Grund (numerus clausus hier, Prestigepolitik dort) kann die Schaffung mner schlechten Aerztewerkstätte rechtfertigen. Dagegen sind für Palä- -sttnä regelmäßig abzuhaltende, planvoll organisierte Fortbildungskurse han großer Wichtigkeit, da es vielen eingewanderten Aerzten an einer nennenswerten Spitalsausbildung fehlt und den meisten genügende Kenntnisse in subtropischen Krankheiten abgehen. Von besonderem Interesse sind die Hospitalisierungsziffern im Emek- Isirael, dem Gebiete landwirtschaftlicher Kolonisation der Nachkriegszeit« Auf 1000 Individuen in den landwirtschaftlichen Siedlungen (und der iAsfbeiterscliaft des in diesem Gebiete liegenden Städtchenß Afule) kamen;im> Jahre 1925 etwa 260 und im Jahre 1926 etwa 130 hospitalisierte Kranke. Die Ziffer für 1926 ist wegen der Typhusepidemie im Sommer 1926 so niedrig, da in etwa 4 Monaten der Krankheitssaison außer Typhuskranken, die 5—6 Wochen im Durchschnitt im Spital Ejn-Harod gehalten wurden, keine andere Kategorie von Patienten ins Spital aufgenommen wurde. Im Jahre 1927 haben die Hbspitalisierungsziffern wegen der Malariaepidemie im Emek die Höhe vom Jahre 1925 und 1926 weit übertreffen! Die hohen Prozentzahlen an hospitalisierten Kranken erklären süclx in diesem Gebiet nicht so sehr mit der objektiv größeren Krankheitsha^ifigkeit als mit den Wohnungs- und sonstigen sozialen Verhältnisseninv. Maschawim, d, h. in den Bauerndörfern ist häusliche Pflege sowohl der, Erwachsenen wie der Kinder in Erkrankungsfällen möglich mid erwünscht In der kommunistischen Gruppe, der Kwuzah, wo alles zentral geordnet ist und die Einzelperson oder das Ehepaar nur eine Schlafstätte oder einen Schlafraum sein eigen nennt, und das Kind im gemeinsamen Kjnderheim untergebracht ist, ist häusliche Pflege eines Kranken nur im geringen Umfange möglich und weder für das Individuum noch für die Grippe erwünscht. In den großen Kwuzoth mit 200—400 Seelen wäre allerdings die Errichtung von Krankenstuben für Leichtkranke und von IsöÜerräumen eine die Krankenhilfe verbilligende und das Spital entlastende Einrichtung. Bei der gegebenen intensiven Versorgung der Siedlungen mit Aerzten und Feldscheren wäre dies sowohl vom ftskali- $shen Standpunkte der zionistischen Organisation und der Krankenkasse, wie :vom Standpunkte der medizinischen Tätigkeit der Kolonieärzte ein w ohltuender Ausweg. In obigen Daten sind Gebärende und Neugeborene nicht enthalten.