Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Versorgung der Juden Palästinas mit Spitälern und Polikliniken
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 24 (sequence 9)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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24 hauptsächlich im Küstengebiete und im Norden des Landes niedergelassen hat. Jerusalem liegt exzentrisch. Abgesehen von den isolier bedürftigen Infektionskranken, bei denen eine Fahrt nach Jerusalem überhaupt nicht in Frage kommt, sind die meisten Spitalsbehandlung heischenden Fälle diagnostisch einfache akute Erkrankungen des Respirations- und Digestionstraktes oder sonstige kurzfristige Fieber, kleinchirurgische oder an der Grenze zwischen Klein- und Großchirurgie liegende Fälle, die in Spitälern durchschnittlich 1% bis 2 Wochen bleiben, oder Gebärende, die erst knapp vor Entbindung ins Spital kommen. (In den Hadassah- Spitälern blieben die Patienten durchschnittlich im Jahre 1925 11.6, im Jahre 1926 12.6 und im Jahre 1927 12.4 Tage.) In Ländern mit größerem individuellen Wohlstand wäre die Hospitalisierung in den meisten dieser Fälle gar nicht notwendig. In Palästina erfüllen die Spitäler in sehr großem Ausmaß den Zweck fehlender primitivster Hauspflege. Es gilt dies sowohl für die orientalischen Kreise, wie für die Chaluzim, die in Stadt und auf dem Lande in schlechten Baracken oder Zelten wohnen und auch für zahlreiche mittellose Mittelständler, die im Erkrankungsfalle völlig hilflos sind. Im Jahre 1926 sind 12.000 jüdische Kranke (Gebärende und Neugeborene nicht mitgerechnet), d. h. 8% der gesamten jüdischen Bevölkerung in Spitalsbehandlung genommen worden. Auf Jerusalem, das weniger als 30% der jüdischen Bevölkerung beherbergt, entfiel die Hälfte aller jüdischen hospitalisierten Kranken. Im Jahre 1926 entfielen in Jerusalem (Stadt und Land) auf 1000 Juden etwa 130 bis 150 (das Rekonvaleszentenheim Moza und die Irrenanstalt der Esrat Nashim nicht eingerechnet), in Tel-Aviv—Jaffa samt Hinterland nur zirka 40, in Haifa— Shomron 60—70, in Emek-Israel etwa 130 und in Galiläa 70 (°/00) hospitalisierte Kranke. In diesen Zahlen sind Gebärende und Neugeborene nicht inbegriffen. Auch die Fälle der Privatsanatorien sind in obigen Zahle» nicht mitgerechnet. Im Südwestteil Palästinas — in Tel-Aviv und Umgebung — wo Dysenterie und Abdominaltyphus jahraus jahrein gewütet haben und die Wohnungsverhältnisse in den Jahren 1924-—1926 weit ungünstiger waren als in Jerusalem und Haifa, war danach die Zahl hospitalisierter Kranker kleiner als in irgend einem anderen TeiL Die Zahlen stechen besonders gegen die von Jerusalem und vom Emek-Israel ab. Diagnostisch komplizierte, ganz besondere Vorbildung, Schulung und Apparatur erfordernde Krankheiten sind an und für sich sehr selten und müssen selten sein, da doch die Gesamtzahl der Juden in Palästina zirka 150.000 Seelen beträgt und nicht sobald diese Höhe wesentlich übersteigen wird. Die bisherige Spitalspolitik der zionistischen Organisation hat dieser banalen Tatsache zu wenig Rechnung getragen und reale Bedürfnisse des werdenden Jischuw Plänen unterordnet, die auf Schaffung einer medizinischen Fakultät der hebräischen Universität hinzielen. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum die Hadassah ihr Spital in Jerusalem technisch und personell besser auszustatten bemüht ist als irgend ein anderes Spital, warum sie in Jerusalem mehr als ein Drittel ihrer Betten konzentriert hat, obwohl der vorhandene Gebäudekomplex für die gegenwärtige Bettenzahl viel zu klein ist und der Betrieb dadurch erschwert, verschlechtert und verteuert wird. Ungeeignete Spitalsbauten können mit der Zeit durch bessere ersetzt werden, schwieriger ist schon die Beschaffung geeigneter Forscher und Lehrkräfte, aber vor allem steht der Errichtung einer medizinischen