Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Rinderzucht in Palästina
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
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15 gute kommen müßte, wurde schon festgestellt. Deshalb ist es notwendig, die Untersuchungen über die Rentabilität nach Möglichkeit für eine Verbilligung der Produktion auf der Ausgabenseite anzustellen. Ich habe schon darauf hingewiesen, daß die Kosten für Gebäude herabgedrückt werden können. Nach Kaplansky (Verbilligung der landwirtschaftlichen Kolonisation, Nr. 5'7 1928 dieser Zeitschrift) beträgt die Ersparnis bei Kuhstallbauten in Kwuzoth über 50 Prozent. Damit ist gleichzeitig der Posten für Amortisation verkleinert, wie auch die Rentabilität gehoben, da ein kleineres Anlagekapital zu verzinsen ist. Hingegen werden die Viehpreise noch längere Zeit sich auf ihrer heutigen Höhe halten. Ebenso sind die übrigen Ausgaben, die unter „II. Vieh'4 angeführt sind, nicht wesentlich zu drücken. Daß durch eine entsprechende Ausnützung der Arbeitskräfte die Viehhaltung etwas billiger sich gestalten läßt, als in dem untersuchten Falle, habe ich angeführt. Natürlich ist es auch denkbar, diese Kosten durch Einstellung eines anderen Arbeitslohnes zu drücken. Zwar ist der Durchschnittslohn selbst für den jüdischen landwirtschaftlichen Arbeiter bedeutend niedriger, als der in den Kwuzoth angerechnete, aber es fragt sich, ob gerade ein gutes, verläßliches Melkpersonal bei einem geringeren Lohn herangezogen werden kann. Ferner ob die Ausgaben für Verwaltung (Gehalt für höhere Beamte etc.) und für allgemeine Unkosten (darunter auch die noch immer hohen Auslagen für Sicherheitsmaßnahmen!) in einem privatwirtschaftlichen Betrieb nicht höher ausfallen würden, als in einem kollektivistischen, wo alle diese Leistungen zu einem einheitlichen Lohnsatz erfolgen, der sich nach den tatsächlichen Lebensbedürfnissen aller Mitglieder richtet. Schließlich bliebe noch zu untersuchen, welche Ersparnisse an Futterkosten gemacht werden können. Die Kosten der aus der eigenen Wirtschaft stammenden Futtermittel, vor allem Grünfutter, sind ebenfalls wesentlich bedingt von dem Arbeitslohn, der für ihre Produktion aufgewendet wurde. Jedoch schwanken diese Kosten auch sonst je nach den Bedingungen sehr bedeutend. Die angeführten Zahlen stellen eher ein Minimum dar; bei teurer Bewässerung sind sie viel höher einzusetzen. Und eine ganzjährige Grünfutterversorgung ohne Bewässerung ist bis jetzt noch in keinem Landesteil über ein Versuchsstadium hinaus gediehen. Von Kraftfuttermitteln ist in modernen Milchwirtschaften Palästinas der Oelkuchen das wichtigste. Der Preis hiefür dürfte voraussichtlich nicht sobald einer Veränderung unterliegen. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Gestehungskosten für alle in der intensiven Rinderzucht Palästinas nötigen Futtermittel abhängig sind von der allgemeinen landwirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Die Verbilligung dieser Futterstoffe ist die wichtigste Voraussetzung für eine Erhöhung der Rentabilität. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß die Regierungsstellen in Zusammenarbeit mit der Versuchsanstalt der Zionistischen Exekutive eingehende Fütterungsversuche, vorläufig nur bei Aufzuchtskälbern durchführen. Die Ergebnisse sind bereits bisher erstaunliche, Es sei nur nebenbei bemerkt, daß eine Verbilligung der Aufzucht den Anschaffungspreis für Kühe erniedrigen, also ebenfalls bilanzverbessernd wirken würde, ebenso wie sich damit überhaupt neue Perspektiven für die palästinensische Rinderzucht eröffnen. Es scheint mir keine Zukunftsmusik, daß dies Jungvieh aus den Kreu-