Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1929)
- Article
- Die Rinderzucht in Palästina
- Date
- 1929-02-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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14 sonders berechnet; das verwendete Einstreustroh entspricht dem Wert des produzierten Düngers und die Kosten der Haltung eines Stieres werden wettgemacht durch den Wert der alljährlich fallenden Nachzucht. In beiden Fällen ist der Ertrag zweifellos höher, als die parallelen Kosten, so daß man dies als einen Sicherheitsquotienten der Bilanz gelten lassen kann. Nur Kuh .1 bringt einen Reingewinn, dessen Höhe eine angemessene Verzinsung des aufgewendeten Kapitals darstellt. Bedenkt man, daß dieses im vorliegenden Falle geliehenes Geld ist, für das der Siedler eine angemessene Verzinsung und Rückzahlung zu leisten hat, so bleibt der Verdienst klein genug, den er außer seinem Minimalarbeitslohn herauswirtschaften kann. Kuh 2 und 3 brachten Verluste. Es ist interessant, daß die arabische Kuh, trotz ihrer geringen Milchleistung, dabei noch besser abschneidet. Grund hiefür ist das kleinere Anlagekapital, mit dem ihre Bilanz belastet ist und ihre bescheidenen Ansprüche auf Zufutter. Von den verglichenen Tieren verwertet, auf die Milchqualität bezogen, die Kuh 1 das gereichte Futter am besten, Kuh 2 am schlechtesten. Die Gründe für das unterschiedliche Ergebnis der drei Bilanzen sind einleuchtend. Die Kosten der Unterbringung sind für alle drei Tiere gleich, trotzdem ihre Erträge im Verhältnis 3 : 2, beziehungsweise 2 : 1 stehen. Dazu kommt, daß gerade in dem Falle, den ich bespreche, der Kuhstallbau teuer war, so daß ein besonders großes Baukapital zu amortisieren ist. Bei Posten II ,,Vieh", macht sich der hohe Preisunterschied bemerkbar, der niöht immer im Verhältnis zur Leistung steht. Hingegen ist der Fleischwert, der für die Abschreibung in Rechnung gestellt werden konnte, bei den drei Tieren nicht so wesentlich verschieden. Der Versicherungssatz ist für Rassevieh 4 Prozent, für das einheimisch-arabische Rind nur 2 Prozent. Die Ausgaben für Veterinäre Zwecke mußten in unserer Berechnung für alle Tiere gleich hoch eingestellt werden, trotzdem zweifellos gerade auf das arabische Rind da? von weniger: entfällt. Ueber den Posten ,,Arbeit" wurde schon gesprochen. Die Verteilung dieser Arbeit auf die einzelnen Tiere des Stalles ist ziemlich gleichmäßig zu berechnen, denn sowohl bem Weidegang wie auch in der Stallpflege verlangt auch das anspruchslosere Tier bei gemeinsamer Haltung mit dem hochwertigen, fast die gleiche Arbeit wie dieses. Als Preis für die Milch wurde ein Betrag eingesetzt, der dem durchschnittlichen Wert des Produktes ab Farm und dem von der Verkaufsorganisation bei Uebernahme gezahlten Preis entspricht. Ich habe schon darauf hingewiesen, daß der in den meisten Wirtschaften des Emek zum Beispiel erzielte Erlös für die von ihnen produzierte Milch nur 33 Prozent des Verkaufspreises ist. Eine Verbesserung ihrer Kuhstallbilanz würde in dem Augenblick erfolgen, in dem es gelänge, die Kosten des Transportes und der Verteilung in der Stadt herabzudrücken. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Möglichkeit für solche Ersparnisse vorhanden ist. Für den Konsumenten jedoch wäre es wichtig, daß eine solche Kostenerniedrigung sich zu seinen Gunsten auswirke. Daß eine Senkung des außerordentlich hohen Einzelkaufpreises letzten Endes auch dem Produzenten durch die Möglichkeit eines verstärkten Absatzes zu-