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Palästina · 1929-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1929) · p. Seite 7

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1929)
Article
Die Rinderzucht in Palästina
Date
1929-02-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 irgendein Gewicht auf diesen Nutzungszweig, Man schlachtet die alten, nicht mehr ertragbringenden Kühe, und die Kälber, welche für die Aufzucht nicht in Frage kommen. Die Fleischverwertung der heimischen Zucht erfolgt durchwegs auf dem Wege des privaten Handels und durch das Fleischerei-Kleingewerbe. Die Preise für Fleisch liegen in Palästina im allgemeinen nicht wesentlich höher als in anderen Ländern. Der Hauptgrund für die geringe Bedeutimg der Fleischproduktion durch die Rinderzucht ist die Knappheit an billigen Futtermitteln. Es wurde schon erwähnt, daß die Regierungsstellen eine Verbesserung der heimischen Rassen mit Hinblick auf die Fleischleistung anstreben, ebenso wie Versuche zur Verbilligung der Aufzucht und Ernährung im Gange sind. Da die knappe und unregelmäßige Weide in Palästina keine Schlachtviehgewinnung durch extensiven Weidegang in größerem Stile zuläßt, so wird eine Mastviehhaltung wohl erst dann einsetzen können, wenn landwirtschaftliche Nebenindustrien in ihren Abfallstoffen ein billiges Mastfutter reichlich zur Verfügung stellen. Die Verwendung des Rindes als Arbeitstier ist von den jüdischen Landwirten bisher fast so gut wie gar nicht aufgenommen worden. Anders hingegen in der Wirtschaft der arabischen Fellachen, in der Ochsen als Spanntiere viel mehr benützt werden als Pferd oder Maultier, Die in Tabelle I angeführte Zahl von 411 Arbeitsochsen in den jüdischen Wirtschaften (Stat. Amt der Zion. Exekutive, Zählung 1927) bedeutet nur neun Prozent der von diesen eingestellten Arbeitstiere. Und fast zwei Drittel davon werden im oberen und unteren Galil verwendet, vermutlich nur von den mit arabischen Knechten wirtschaftenden Siedlern der Pica-Kolonien, während im Pflanzungsgürtel Jehudas und Schomrons nur ein Drittel gehalten wird und die junge Kolonisation der Zionistischen Exekutive im Emek Jesreel überhaupt kein einziges Stück Rindvieh zur Arbeit benützt. Diese Tatsachen hängen nicht etwa mit einer Abneigung der jüdischen Landarbeiter gegen die geringer scheinende Arbeit mit Ochsen oder Stieren zusammen. Man weiß, welchen bedeutsamen Einfluß die Verwendung von Zugochsen auf die Landwirtschaft in manchen Ländern hat. Aber dort, wie z. B. in der Tschechoslowakei, sind die Voraussetzungen ganz andere. Billige Mastfuttermittel, wie die Rückstände bei der Zucker- oder Bierproduktion, ermöglichen nicht nur, sondern veranlassen geradezu ein System in der Haltung von Ochsen als Spanntiere in der Zeit des höchsten Arbeitsaufwandes mit nachfolgender Mast und Verwertung als Schlachtvieh. Die Fellachenwirtschaft ist auf extensiven Weidebetrieb eingestellt. Die Tiere erhalten kaum zur Zeit ihrer Arbeitsleistung Zufutter, die übrige Periode verbringen sie auf einer Weide, die ihnen kaum das notwendige Erhaltungsfutter gewährt. In der jüdischen Wirtschaft müßte eine Zufütterung im Stalle erfolgen, was jede Rentabilität in Frage stellt. Denn dann ist das schnellere und allseitig verwendbarere Pferd oder Maultier dem Ochsen überlegen. Mastfutter jedoch gibt es in Palästina mangels einer Industrie, die mit der heimischen Landwirtschaft in Wechselwirkung steht, nicht. Trotzdem wird man in den Ackerbaubetrieben die Möglichkeit zur Verwendung von Zugochsen immer wieder prüfen müssen. Zwar nur ein Nebenprodukt, aber in vielen Ländern ein entscheidender Faktor der Viehhaltung ist die D ü n g e r p r o d u k t i o n. Auf die Knappheit von organischem Dünger in Palästina ist schon oft hinge-

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