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Palästina · 1929-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1929) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1929)
Article
Die Rinderzucht in Palästina
Date
1929-02-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 sich neben guter Leistung durch langjährige Akklimatisierung empfehlen. Doch es ist in erster Linie das holländische Mastvieh* welches die jüdische Kolonisation heute ins Land zu bringen trachtet. Der hohe Milch- Seis, von dem oben die Rede war, lenkte die Wahl auf diese bekannten Schlieferanten, bei denen Leistungen von 6000 Liter im Jahre nichts Ungewöhnliches sind. Tatsächlich ist gerade diese europäische Rasse mit Erfolg selbst in tropische Länder eingeführt worden, doch ist eine solche Umstellung seiner Lebensweise stets mit einem Risiko verbunden. Es ist für dieses Niederungsrind nicht so leicht* sich von den Bedingungen seiner kühlen feuchten Wiesenheimat auf das heiße trockene Klima Palästinas umzustellen, und es gab bei neüeingetroffenen Transporten oft genug Verluste. Jedoch zeigt es sich, daß die Gebirgsgegend um Jerusalem, wo es eine Reihe von Wirtschaften gibt, die zur Versorgung der Hauptstadt sich auf eine reine Stallhaltung mit Zukauf sämtlicher Futtermittel von außen, eingerichet haben, dem holländischen Vieh klimatisch gut zusagt Aber selbst im heißen Jordantal, 200 Meter unter dem Meeresspiegel, hat es sich eingelebt, besonders, da es jetzt schon eine im Lande geborene Generation gibt. Voraussetzung für die Haltung eines so teueren und heiklen Schlages ist das Vorhandensein verläßlicher, erfahrener Arbeitskräfte. Das Sinken der Verluste in den letzten Jahren beweist den Aufschwung in dieser Richtung — allerdings ist auch die Errichtung von guten Ställen hier ein Faktor dafür. Denn nur solche gewähren eine entsprechende Pflege der Tiere zum Schutz gegen die Insekten, die Viehblutkrankheiten übertragen, vornehmlich Anapiasmose und Piroplasmose, die ähnlich der Malaria des Menschen durch den Stich gewisser Insekten übertragen werden. Der Preis einer holländischen Kuh in Palästina ist ganz enorm. Sie stellt sich auf etwa 80 bis 90 Pfund, Der wichtigste Schritt in der palästinensischen Viehzucht scheint das Streben nach Schaffung eines Schlages zu sein, der den besonderen Bedingungen des Landes angepaßt ist, was man durch Kreuzung von einheimischen mit europäischen Rassen zu erreichen sucht. Von der •friesischen Blutzufuhr, die von den deutschen Landwirten ins Land gebracht worden ist, war schon die Rede. In den letzten Jahren errichtete die Regierung Zuchtstationen an verschiedenen Punkten des Landes, die mit einigen hochqualifizierten Bullen, vornehmlich der Devoner Rasse, ausgestattet sind, um durch Kreuzung mit dem arabischen Rind eine verbesserte Fleisch- und Arbeitsrasse zu erzielen. Das Gewicht, das die jüdischen Landwirte auf die hohe Milchleistung legen, richtet ihr Augenmerk auf Einzucht von holländischem Blut. Man paart mit holländischen Stieren entweder Kühe der arabischen oder der beiden syrischen Rassen, um die Abhärtung derselben gegen das Landesklima mit den erwünschten Eigenschaften der Holländer zu vereinigen. Für die Wahl von Vatertieren dieser Rasse spricht nicht nur, daß sie die höhe Milchergiebigkeit ihrer Rasse zu vererben haben, sondern auch, daß die von der Lehre über Tierkreuzung verlangten Voraussetzungen der Parallelität im Korperbau gegeben sind. Eine der GrupDenwirtschaften im Emek Israel, die des Kibuz Ha- &ehomer Hazair in Beth Alfa, hat ihren Kuhstall systematisch als Zuchttostitut zur Kreuzung zwischen arabischem und holländischem Rind aufgebaut. Die erste Generation ist nun schon so alt, daß sich ein vorläufiges Urteil abgeben läßt. Während in diesem Stalle das Geburtsgewicht

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