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Palästina · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 17

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Die Steuerlast auf den Konsum in Palästina
Date
1929-01-01
Page
Seite 17 (sequence 6)
Language
German
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Schließlich müssen wir noch die unter „Verschiedenes" zusammengefaßten Produkte mit dem Durchschnittszoll, der auf alle anderen Produkte entfällt, belasten. Da dieser Durchschnittszoll 4.3% beträgt, erhalten wir bei einer Ausgabe von 876 Mills für diese Produkte eine Summe von 38 Mills. Zusammenfassend erhalten wir folgende Zahlen: Zoll für Produkte laut Tabelle..... 261.7 Mills Durchschnittszoll für die unter „Verschiedenes" zusammengefaßten Produkte . . . 38.— „ Steuerbelastung von 5% für verderbliche Milchprodukte.......... 40.— „ Banderollensteuer für Zigaretten und Tabak . 38.— „ 377.7 Mills Die Summe von 378 Mills ergibt eine Belastung von 6.3% des Monatsbudgets einer Arbeiterfamilie durch indirekte Steuern. Diese muß, angesichts des sehr niedrigen Lohnes des palästinensischen Arbeiters, als drückend betrachtet werden. Es muß berücksichtigt werden, daß: a) durch diese Art der Besteuerung die ärmsten Schichten betroffen werden, da eine Ausgabe von £ 6.— monatlich für die wichtigsten Bedürfnisse (Ernährung, Beheizung, Tabak) einer Familie von 3.54 Personen keinesfalls ausreichend ist und an den europäischen Standard of Life nicht heranreicht; b) daß die vermögenden Schichten durch dieses Steuersystem nur in sehr geringem Maße erfaßt werden. Diese Steuerpolitik muß zu einer Einschränkung der Lebenshaltung breiter Schichten der Bevölkerung führen. Außerdem darf nicht vergessen werden, daß die Munizipalsteuern, die hier nicht inbegriffen und außer in Tel- Aviv nirgends progressiv sind, auch den Wohnzins dieser Schichten stark erhöhen. Eine Zollpolitik, die ein notwendiges Volksnahrungsmittel wie Zucker, das im Lande selbst nicht erzeugt wird, mit einem Zoll von mehr als 60% des Warenpreises belegt, hingegen Schmuck und Seide mit nur 15% und Parfümerien mit 20% belegt, muß als verständnislos für die Bedürfnisse der breiten Schichten der Bevölkerung betrachtet werden. Es soll im Rahmen dieser Betrachtung der Standpunkt der breiten Verbrauchermassen zum Ausdruck gebracht werden, womit keinesfalls behauptet werden soll, daß diese Politik der Regierung für den Produzenten günstig sei, da ein Teil der verzollten Produkte (z. B. Zucker) zugleich als industrielles Rohmaterial verwendet wird und anderseits eine Verteuerung der Lebenshaltung ihren Ausdruck im Lohnniveau finden muß. Die Regierung scheint weder den Willen noch den Mut zu

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