Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1929)
- Article
- Das Problem des Arbeitslohnes in Palästina
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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bemittelten Bevölkerung in Tel-Aviv und Jerusalem bis heute sehr ungünstig sind und daß eine geringere Ausgabe als 20% für Wohnung bei der Höhe der Wohnungsmiete pro Durchschnittsfamilie (zwei Zimmer für drei bis vier Köpfe im Durchschnitt stellen sich in Tel-Aviv auf £ 2.— bis 2.80, in Jerusalem auf £ 3.— und mehr) nur ein Zeichen für die Tatsache ist, daß der palästinensische Arbeiter bei seinen Durchschnittseinkommensverhältnissen (zwischen £ 6.— bis 12.— bei normaler Arbeit) gezwungen ist, sich in seinen Wohnungsbedürfnissen unter das Minimalmaß hinunter einzuschränken. Bestätigendes Material in dieser Hinsicht liegt als Resultat einer von uns veranstalteten Untersuchung unter zirka 410 Jerusalemer Angestellten vor, also einer verhältnismäßig gesicherten Schicht von Arbeitnehmern mit einem Durchschnittseinkommen von £ 10.— bis 15.—. 4% dieser Angestellten wohnten in weniger als einem Zimmer (das heißt mehrere bewohnen ein Zimmer gemeinsam), 52% in einem Zimmer, 30% in zwei Zimmern und nur 13% in mehr als zwei Zimmern, obwohl 53% der Angestellten verheiratet sind, 39% ein Kind und mehr, 24% zwei Kinder und mehr, 13% drei Kinder und mehr besitzen. Unter diesen Angestellten gibt es kinderreiche Familien mit vier bis sechs Kindern, die in einem Zimmer, nicht wenige mit drei bis fünf Kindern, die in zwei Zimmern wohnen (26 derartige Familien!). (Einzelheiten siehe in einem besonderen Aufsatz, der demnächst in einem Sammelbuch des „Angestelltenverbandes" hebräisch erscheinen wird.) Von den Angestellten gaben 25% weniger als 15% ihres Einkommens für Wohnung aus, 56% zwischen 16 bis 25% und 19% mehr als 26%. Als Vergleich sei angeführt, daß im Auslande durchschnittlich 30 bis 60% (Maximum) der Junggesellen in einem Zimmer wohnen, in Jerusalem 90% der Angestellten-Junggesellen. Noch krasser fast ist das Verhältnis bei den Familien; während z. B. im Ausland der Prozentsatz von vierköpfigen Familien (mit zwei Kindern), die in einem Zimmer wohnen, sich auf 1 bis 4% stellt, beträgt er unter den Angestellten Jerusalems 27 %. Ähnlich ist das Verhältnis bei allen anderen Kategorien. (Die Zahlen über die Verhältnisse im Ausland sind dem Buche von Woytinsky „Die Welt in Zahlen", Band 7, entnommen.) Die Lage der Arbeiter ist sicherlich viel schlechter als die der Angestellten. Und trotz alledem gibt der palästinensische Arbeiter im Durchschnitt noch einen größeren Prozentsatz seines Einkommens für Wohnung aus als der europäische und amerikanische (siehe Tabelle III). Als Lohnbestandteil muß auch die große Steuerbelastung betrachtet werden, die auf dem Arbeiter lastet. Es ist bekannt, daß die Steuerbelastung in Palästina nicht progressiv ist. Allein auch die Zölle,