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Palästina · 1929-01-01 · Heft 1 (Januar 1929) · p. Seite 9

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 1 (Januar 1929)
Article
Das Problem des Arbeitslohnes in Palästina
Date
1929-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Die Tabelle zeigt klar, wie klein im Vergleich zum Ausland die Summen sind, die der Arbeiterfamilie für Ausgaben, die über das Allernotwendigste hinausreiehen, ja auch zum Kauf für Kleider und Möbel zur Verfügung stehen (z. B. 54% in Amerika, 37% in England und Deutschland, dagegen 21% in Palästina); der Zusammenhang mit den Absatzmöglichkeiten der Industrie auf dem Innenmarkt ergibt sich von selbst. III. Die Wohnungsfrage. Die Angaben über Nominal- und Reallohn sowie über die Kaufkraft des Arbeiters genügen, obwohl sie noch fern von unbedingter Zuverlässigkeit sind, um einen Begriff von seiner Situation zu geben. Schwieriger noch ist die Möglichkeit einer Untersuchung der Wohnverhältnisse des palästinensischen Arbeiters im Vergleich zum Ausland. Die Ausgaben für Wohnung nehmen nach denen für Lebensmittel den zweitwichtigsten Platz im Budget des Arbeiters ein. Die Tabelle III zeigt, daß die Wohnungsausgaben des palästinensischen Arbeiters im Durchschnitt 18 bis 21% des Budgets der durchschnittlichen Arbeiterfamilie betragen. Zweifellos gibt es auch viele Arbeiter, die prozentual viel weniger für Wohnung ausgeben; allein es erhebt sich die Frage, ob diese Tatsache auf eine günstigere Stellung des palästinensischen Arbeiters hindeutet oder ob nicht vielmehr diese Tatsache gerade seine Armut zum Ausdrucke bringt, z. B. die Tatsache, daß er mit seinem kleinen Einkommen sich mit einer Baracke, einer Kellerwohnung, mit einer Minderzahl von Zimmern begnügen muß (vor einigen Jahren wohnten nicht wenige Familien in Tel-Aviv in Zelten!). Die Ausgaben, z. B. für ein Zimmer in einer Baracke, sind in der Tat klein im Verhältnisse zum Einkommen. Im Jahre 1927 wohnten aber in Tel-Aviv 8094 Seelen 21.5% der Gesamteinwohnerschaft in Baracken, von ihnen 75% in solchen mit einem bis zwei Zimmern; in jeder Baracke wohnten durchschnittlich mehr als drei Personen! 221 Familien wohnten in Kellerwohnungen. (Siehe „Nachrichtenblatt der Stadt Tel-Aviv Nr. 13 14, 1927.) 23.2% der Gesamtwohnungen (nicht nur der Baracken) waren ohne Küche, 34.8% ohne Klosette und 53.4% ohne Badezimmer. In den Baracken ist die Situation natürlich noch schlechter. Im ganzen wohnten 52.4% aller Mieter in Wohnungen mit einem Zimmer, 27.5% mit zwei Zimmern, 11.2% mit drei Zimmern und nur 8.8% mit vier Zimmern. Demgegenüber ist zu erwähnen, daß bereits 1925 von 34.000 Einwohnern nur 9234 27% Junggesellen waren (neuere Zahlen liegen nicht vor). Die Verhältnisse in Jerusalem sind sicherlich noch schlechter. Dieses Material zeigt, daß die Wohnungsverhältnisse der minder-

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