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Palästina · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 517

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A. Tartakower, Lodz.
Date
1928-11-01
Page
Seite 517 (sequence 3)
Language
German
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517 sie es sogar verweigerte, die bei den Wahlarbeiten beschäftigten Beamten durch die Vermittlung der allgemeinen Beamtenorganisation (die einen Teil der Histadruth ausmacht) oder aus den Kreisen der früheren reduzierten Beamten der Stadtverwaltung zu engagieren. Das Vorgehen der Kommission entfesselte einen Sturm der Entrüstung unter der Arbeiterschaft, die sich noch vergrößerte, als die Vertreter der bürgerlichen Gruppierungen zu der letzten Sitzung des Stadtrats, die zum Protest gegen das Vorgehen des Jaffaer Gouverneurs einberufen wurde, gar nicht erschienen und deren Beschlüsse als ungültig erklärten. So beginnt denn der Wahlkampf in Tel-Aviv unter dem Zeichen eines aufs schärfste entfesselten Klassengegensatzes, der keine günstigen Folgen zu zeitigen verspricht. 3. Die Entwicklung der »Tenuvah«. Die Konferenz der landwirtschaftlichen Arbeiterabsatzkooperative »Tenuvah« (gegründet vor zwei Jahren als Tochtergesellschaft des »Hamaschbir«), die am 6. und 7. November d. J. in Haifa tagte, konnte eine erfreuliche Weiterentwicklung der Gesellschaft, aber auch die großen organisatorischen Schwierigkeiten feststellen, die sich beim Kampf um den Absatz in einem solch reich gegliederten und ziemlich armen Lande wie Palästina, wo fast nur Juden als Abnehmer in Betracht kommen, angesichts der von Jahr zu Jahr steigenden landwirtschaftlichen Produktion ergeben. Das Hauptarbeitsgebiet der Kooperative war der Absatz von Milch (1,300.000 Liter und zusammen mit den Milchprodukten 2 Millionen Liter im letzten Jahre), und gerade hier sind die Schwierigkeiten besonders groß, da sich der Hauptteil der Arbeitersiedlungen gegenwärtig im Norden des Landes konzentriert und die Eroberung des Absatzes von dort aus in Jerusalem und Tel-Aviv sich sehr schwer gestaltet, umsomehr, als den Arbeiterwirtschaften in der Gegend der beiden Städte auch ein Minimum des Absatzes garantiert werden muß. Sehr groß sind auch die Transportschwierigkeiten, wie auch die Schwierigkeiten der Konservierung der Milch. Und doch wird bei diesen ungünstigen Bedingungen Schritt auf Schritt der Boden erkämpft und insbesondere die verhängnisvollen Folgen einer etwaigen Konkurrenz zwischen den Wirtschaften vermieden. Es wurden auch in allen drei Städten (Tel-Aviv, Jerusalem und Haifa) moderne Molkereien eingerichtet. Die Kooperative wird jetzt ihren Wirkungskreis auf Absatz auch anderer Produkte der Wirtschaften ausdehnen müssen. So hat die Konferenz der Geflügelzüchter, die in Nahalal am 29. und 30. Oktober d. J. tagte, die »Tenuvah« aufgefordert, den Absatz von Geflügel und Eiern in ihre Hand zu nehmen und ihr eine Reihe von konkreten Maßnahmen auf diesem Gebiet (Fabrikation von Kisten für Eiertransport, Informierung der Wirtschaften über den Stand der Eier- und Geflügelpreise, Sorge für entsprechende Transportmöglichkeiten, Stempelung der Eier als Ursprungsgarantie u, dgl.) vorgeschrieben. Auch der Absatz von Gemüse und von Honig erfordert dringend eine entsprechende Regulierung, umsomehr als ein Teil der Produktion ins Ausland geleitet werden muß. Eine ziemlich schwere innere Frage ist auch die der Mitgliedschaft in der Kooperative. Die Kooperative hat bisher bloß Arbeit erwirtschaften umfaßt, doch wäre vom geschäftlichen Standpunkt aus die Ausdehnung des Wirkungskreises auch auf manche Wirtschaften der Kolonisten erwünscht und im Zusammenhang mit der Bananenkultur im Jordantale ist das Problem besonders aktuell geworden. Die Beratung selbst hat keinen Beschluß in dieser Frage gefaßt, doch war die Meinung überwiegend, daß als Mitglieder der Kooperative nur Wirtschaften von selbstarbeitenden Bauern' in Betracht kommen können. 4. Im Kamp! um Arbeit. Die Arbeitslage im Lande ist noch immer nicht vollständig geklärt. Die Arbeitslosigkeit ist allerdings stark zusammengeschrumpft, aber doch nicht verschwunden, viele Arbeiter sind nur provisorisch beschäftigt, in den allernächsten Monaten wird eine (allerdings sehr bescheiden) Alijah erwartet, es heißt also dauernd auf der Hut sein, um der nicht erwünschten Erscheinung einer erneuten schweren Not vorzubeugen. Es zeigt sich indes immer mehr, daß die hauptsächlichsten Arbeitsgebiete in den nächsten Monaten doch nur in der jüdischen Wirtschaft zu suchen sind. Die hochgespannten Erwartungen im Zusammenhang mit dem Hafenbau in Haifa sind letztens bedeutend abgeflaut, insbesondere als es sich bei der letzten Konferenz mit den Vertretern der Landesregierung zeigte, daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter angesichts der weitgehenden Verwendung von Maschinen keine besonders große (zirka 1000) sein wird und die Vertreter der Regierung sich weigerten, bestimmte Verpflichtungen bezüglich Beschäftigung von jüdischen Arbeitern und bezüglich des Lohnstandards auf sich zu nehmen. Auch ansonsten kommen Regierungsarbeiten für jüdische Arbeiter angesichts der schweren materiellen Lage der palästinensischen Landesregierung wohl wenig in Betracht und der arabische private Arbeitsmarkt ist mit ganz warfen Ausnahmen (insbesondere die Bauarbeiten in Jerusalem) für die jüdischen Arbeiter vollständig

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