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Palästina · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 514

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Die Zukunft des palästinensischen Orangenexports
Date
1928-11-01
Page
Seite 514 (sequence 3)
Language
German
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514 In Deutschland und in Skandinavien, wo man die Blutorange lieber als die sogenannte „blonde Orange" konsumiert, war die sizilianische Orange in sehr großer Nachfrage und hat stets viel höhere Preise als die spanische erzielt. Dies hat so lange gedauert, als die sizilianische Orange ihre Haltbarkeit besessen hat, Diese Haltbarkeit ist seit 15 Jahren infolge einer Raubbauwirtschaft geschwunden (man hat unrationell gedüngt, um größere Quantitäten zu erzielen), der Boden Siziliens ist dermaßen verdorben, daß die Orange zu degenerieren anfing und es sind jetzt nur ganz beschränkte Gegenden, die die Frucht liefern, welche sich für den weiten Export eignete Die andere Frucht fing an, für den Dampfertransport unhaltbar zu werden und kam mit sehr großem Verderb an. Deshalb kam die palästinensische Orange im richtigen Augenblick als Ersatz für die italienische Orange auf den deutschen Markt, wenn sie auch keine Blutorange ist und hat sich verhältnismäßig schnell auf dem deutschen und dänischen \Markt eingebürgert. Sie hat Aussicht, noch viel größere Bezirke zu gewinnen, wenn sie in größeren Quantitäten ankommen würde. Es gibt heute eine ganze Menge Plätze, die die Jaffa-Orange nicht kennen, weil das Quantum, das bis jetzt nach Hamburg importiert wurde, nicht alle "»Märkte mit dieser Orange bedienen kann. Hamburg ist der Verteilungsplatz, der die Märkte Skandinaviens und der Randstaaten beliefert. iZum Teil ist die Jaffa-Orange heute infolge der zu kleinen Quantitäten, wie sie mit jedem Dampfer nach Hamburg kommen, noch zu teuer. Wenn man die Psychologie des Konsumenten kennt, so ist es notwendig, daß diese Orange einmal (wie es am englischen Markt infolge zu großer Quantitäten sehr oft vorkommt), billig verkauft werden soll, damit sie in den Konsum kommt und man das erstemal nicht vor dem hohen Preise zurückschreckt. Hat man diese Orange erst einmal gekauft, so wird sie durch ihre Qualität auch bei höheren Preisen sich Bahn auf dem neuen Markte brechen, Derselben Weg hat 25 Jahre vorher die (Murcia-Orange (durchgemacht, Dve Murcia-Orange, genau wie die Jaffa-Orange, war viel teurer als die anderen spanischen iOrangen und wird heute beinahe in demselben Maßstabe wie die Valencia- Orange eingeführt, wenn sie auch beinahe um 30% teurer als die Valencia-Orange ist. Man findet aber heute keinen Markt in Deutschland oder Skandinavien (inklusive Finnland), der die IMurcia-Orange nicht führt. Wenn man den jährlichen Import von spanischen Orangen nach Deutschland und Skandinavien vergleicht, so bildet die palästinensische Orange einen verschwindenden Teil dieser Einfuhr. Er ist bis heute sehr weit unter dem Import der italienischen Orange. Nach den neuesten Nachrichten die ich habe, wird die italienische Orange dieses Jahr nach Skandinavien nicht mehr per Dampfer gesandt, sondern per Waggon exportiert, da diese Art des Transportes die einzige Möglichkeit ist, die Orange in mehr oder weniger gutem Zustande zu bekommen. Jeder kann sich leicht vorstellen* wie dies die Erstehungskosten auf dem Bestimmungsplatz verteuert, dadurch wird ermöglicht, selbst zu guten Preisen, Jaffa-Orangen auf solchen Märkten billiger als die italienischen!. Orangen zu verkaufen. Es wird bestimmt so weit kommen, daß man die italienische Orange überhaupt nicht mehr per Schiff verschicken wird, da es nicht anzunehmen ist, daß dieser ausgenutzte Boden, der bereits eine degenerierte Frucht liefert, die selbst schon in Form und Geschmack eine Aenderung aufweist (wie erwähnt, mit kleinen Ausnahmen), sich bessern wird. Das ganze Rheinland kannte bis heute die Jaffa-Orange noch sehr wenig, da der Orangenexport nach dem Rheinland, außer der italienische, nicht aus Hamburg geschieht. Durch kluge Handelspolitik hat die holländische Regierung auf ihren- Eisenbahnen einen speziell niedrigen Tarif für das Rheinland eingeführt, so daß heute der ganze rheinische Fruchihandel hauptsächlich von holländischen und nicht von deutschen Firmen von Hamburg oder Bremen aus getätigt wird. Holland selbst verschmäht, genau wie England, die Blutorange, deshalb hat die italienische Orange auf dem holländischen Markte als solchem keine Rolle gespielt. Auf diesem wurde spanische Ware von mittlerer Qualität konsumiert und die bessere Qualität nach dem Rheinland exportiert, Sobald aber der Hamburger 'Markt größere Quantitäten von Jaffa-Orangen aufnehmen wird, wird Holland, um das Rheinland zu bearbeiten!, ebenso gezwungen, sein, ebenfalls größere Quantitäten zu beziehen. Was bis jetzt nach Holland verschickt wurde, war hauptsächlich für das Rheinland bestimmt, aber es ist selbstverständlich, daß bei dieser Gelegenheit ein gewisses Quantum in Holland bleibt und so wird allmählich unsere Orange auch dort einen Markt finden. In der Tschechoslowakei sind bis vor einigen Jahren ausschließlich italienische Orangen konsumiert worden. Aus demselben Grunde wie Deutschland, mußte auch:

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