Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Gedanken zur zionistischen Kolonisation auf bewässerten Böden
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 495 (sequence 5)
- Language
- German
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4£5 Baden nicht zum Wässern vorbereiten zu müssen, ihn maschinenmäßig lockern und vom Unkraut reinigen zu können, ohne durch störende Gräben und Furchen behindert zu sein. Das und die Ersparnis an Arbeitskraft und Wasser wiegen reichlich die Mehrkosten bei der Anlage auf. Dem Verfasser liegt leider noch nicht die letzte Literatur über Feldberegnung vor, aber es wird den Fabriken für Feldberegner gewiß keine Schwierigkeiten bereiten, Regner zu konstruieren, die größere Wassermengen in kurzer Zeit verteilen und dadurch den Bedürfnissen der war* meii Länder mehr entgegenkommen. Der Verfasser denkt z. B. an das Modell des „Phoenix-Landregens", das bei entsprechenden Verbesserungen sicher auch für Palästina geeignet ist. Ein Nachteil ist es allerdings, daß aus den oben angeführten Gründen die Beregnung nur in den späten Nachmittagsstunden und des Nachts erfolgen kann. Es ist selbstverständlich, daß nur Versuche über den Wert oder Unwert der Feldberegnung für Palästina endgültig entscheiden können und die Versuchsstationen sollten in Anbetracht der Wichtigkeit dieser Bewässerungsart nicht zögern, sie in den Kreis ihrer Forschungen miteinzubeziehen, Die Furchenbewässerung: Sie ist die gebräuchlichste Methode, um Hackfrüchte zu bewässern und besteht darin, den Boden mit Furchen zu durchziehen, durch die man das Wasser fließen läßt. So, wie sie heute gebräuchlich ist, hat die Furchenbewässerung viele Nachteile. Sämtliche Arbeiten, wie Säen, Pflanzen, Jäten, Bodenlockern, müssen nach Fertigstellung der Furchen mit der Hand verrichtet werden, was die Erzeugung ungemein verteuert. Viel praktischer und arbeitsparender ist das kalifornische System. Dort begnügt man sich mit Flachfurchen von 10—15 cm Tiefe und, je nach der Kulturart, von 60 cm und mehr, Abstand. Die dadurch entstehenden Dämme werden geebnet und die Pflanzenreihen nach außen an die Furchen gesetzt. Der in der Mitte der Dämme verbleibende Raum zwischen den Pflanzenreihen ist groß genug, um mit dem Hackpflug mechanisch bearbeitet zu werden, bis die Pflanzen den Boden beschatten. Diese Methode ist besonders empfehlenswert bei den Kulturen, die nur schmale Abstände benötigen, wie Rüben, Frühkohl, Rettich, Spinat, Zwiebeln etc. Bei breiteren Abständen der Furchen müssen diese tiefer gemacht werden, da sonst die Mitte der Dämme unbewässert bleibt. Die Drainage: In Palästina kommt der Entwässerung nicht im entferntesten die Bedeutung zu, die sie in nördlichen Ländern hat. Sümpfe sind äußerst selten und in den meisten Gegenden hat sich das überflüssige Winterwasser natürliche Abflüsse geschaffen. Immerhin gibt es eine Anzahl von Gegenden, die im Winter unter stehender Nässe leiden. Solange aber diese Böden noch nicht im Sommer künstlich bewässert werden, ist von einer Entwässerung unbedingt abzusehen, Erstens kann ünbewässerter Boden die hohen Kosten der Entwässerung gar nicht tragen und dann besteht die große Gefahr, daß dem Boden zuviel Wasser entzogen wird und die verbleibende Feuchtigkeit für die Pflanzen nicht genügt. Die Grenze zwischen zu viel und zu wenig ist nicht sehr breit und zu viel ist immer günstiger als zu wenig. Anders liegen die Verhältnisse auf bewässertem Boden. Hier sollte die Entwässerung auf den schweren Böden, die im Winter unter stehender Nässe leiden, ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Die Vorteile, die die Entwässerung bringt, sind sehr groß. Wir haben schon an anderer Stelle gefunden, daß stehendes Wasser das Pflanzenleben unterbindet.