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Palästina · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 494

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Article
Gedanken zur zionistischen Kolonisation auf bewässerten Böden
Date
1928-11-01
Page
Seite 494 (sequence 4)
Language
German
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494 unzweifelhaft eine ideale Bewässerungsart dar,- Der Wasserstand kann leicht mit geringem Aufwand an Kosten und Arbeit reguliert und den Pflanzenbedürfnissen angepaßt werden. Die Oberfläche läßt sich mechanisch mit Maschinen bearbeiten, da zur Bewässerung keine Furchen und Wälle nötig sind, höchstens eventuell offene Gräben in weiten Abständen. Es ist hier nicht der Ort, auf die technische Seite der Untergruridbewässerung ausführlich einzugehen; nur einige Angaben seien gemacht, um dem Leser einen ungefähren Begriff dieser Methoden zu geben. Die natürliche Untergrundbewässerung kann dort angewendet werden, wo das Grundwasser so hoch steht, daß es einfach durch Bewässerungsgräben die gleichzeitig zur Entwässerüng dienen, je nach Notwendigkeit gehoben oder gesenkt wird. Für die künstliche Uritergrundbewässerung sind die verschiedensten Methoden in Gebrauch — von offenen Gräben bis zu komplizierten Röhrensystemen, die alle das Prinzip haben, das Wasser im Boden irgendwie zu stauen und dadurch gleichmäßig zu verteilen, Welche der Formen sich in den einzelnen Fällen am besten eignet, muß der Bewässerungstechniker entscheiden. Jedenfalls verdient die Untergrundbewässerung, die wie gesagt, dort, wo sie zu ermöglichen ist, eine ideale Bewässerungsmethode darstellt, daß man ihr ernste Aufmerksamkeit in Palästina zuwendet. Die Feldberegnung: Während in den kühleren Ländern die Feldberegnung zu den beliebtesten Bewässerungsarten gehört, hat sie in den südlichen Ländern beinahe gar keinen Eingang gefunden. Die Gründe dafür liegen nahe: In den nördlichen Ländern hat die Bewässerung hauptsächlich den Zweck, die über das ganze Jahr verteilten Regen zu ergänzen oder.zu ersetzen; dazu ist die künstliche Beregnung ein ideales Mittel. Sie schafft die gleiche feuchte Atmosphäre wie der Regen, wofür beinahe alle in diesen Ländern kultivierten Pflanzen sehr dankbar sind. Sie erfordert keine besonderen Vorbereitungen der Bodenoberfläche für die Bewässerung und ist auch für abhängige Böden sehr geeignet. Sie erlaubt eine*ganz genaue Regulierung und Verteilung der Feuchtigkeit, wodurch eine große Ersparnis an Wasser erzielt werden kann, Außerdem ist der Arbeitsaufwand zur Ausführung dieser Bewässerungsart ein minimaler, was auch dazu beiträgt, sie zu einer relativ sehr billigen Methode zu machen. In den südlichen Ländern stehen diesen Vorteilen große und viele Nachteile gegenüber, die bisher die Anwendung der Feldberegnung verhindert haben. Dort ist es Aufgabe der Bewässerung, in den regenlosen Sommern die Regen ganz zu ersetzen, wozu wegen der großen Verdunstung viel Wasser gehört. Die heutigen Beregnungsmodelle sind zur Verteilung dieser unverhältnismäßig größeren Wassermenge nur unvollkommen eingerichtet. Die Beregnung ist während der brennenden Sonne nicht möglich, da erstens die Feuchtigkeit sofort verdunsten würde und zweitens die auf die Blätter fallenden Tropfen wie Brennspiegel wirken und die Blätter verbrennen würden. Ferner erfordert die Feldberegnung ein erheblich höheres Anlagekapital als andere Bewässerungsarten, da ein Hochreservoir für den nötigen Druck gebaut werden muß und keine offenen Zuleitungsgräben, sondern Röhrenleitungen benötigt werden. Trotzdem sind die Vorteile, die eine richtig angewandte Feldberegnung selbst in den warmen Ländern bieten würde, so groß, daß man auch die Nachteile in Kauf nehmen sollte, denn Nachteile hat iede Bewässerungsart. Nur der Fachmann wird wissen, was es bedeutet, den

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