Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Gedanken zur zionistischen Kolonisation auf bewässerten Böden
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 496 (sequence 6)
- Language
- German
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496 Wird dieses überflüssige Wasser entfernt, so kann eine volle Ernte mehr von dem Boden gewonnen werden, was bei dem Hohen Werte, den der Boden an und für sich schon hat, sehr ins Gewicht fällt. Durch die Entwässerung wird der Boden aber auch viel besser gelüftet. Im allgemeinen pflegen solche Böden noch viele Tage nach Wässerung feucht zu liegen, sodaß sie nicht betreten werden können und auch das Pflanzenwachsti^n stockt. Durch die Drainage wird das überflüssige Wasser sehr schnell entfernt. Infolge des Abfließens zieht es Luft nach sich, die den Boden erwärmt, die Wurzeln lüftet und das Bakterienleben ungeheuer anregt. Noch ein anderer Grund, als stehende Nässe im Winter, k^nn die Drainage veranlassen. Er besteht darin, daß die bewässerten Böden salztialtig oder alkalisch sind, Viele Böden enthalten eine große Anzahl von Salzen, die dort ziemlich gleichmäßig verteilt sind. Wird der Boden künstlich bewässert, so werden diese Salze durch das Bewässerungswasser nach und nach gelöst und steigen durch die Kapillarität an die Oberfläche; dort verdunstet das Wasser und die Salze bleiben in der oberen Bodenschicht. Ist der Boden sehr salzhaltig und wiederholt sich dieser Vorgang oft, so kommt es allmählich zu einer Konzentration der Salze in der oberen Bodenschicht, die das Wachstum sehr behindern oder sogar ganz unterbinden kann. Die schädlichsten dieser Salze sind: Kochsalz (Na Clj, Glaubersalz (Na2 S04) und kohlensaures Natron (Na2 CO:,), Das letztere ist am gefährlichsten, weil es die organische Substanz des Humus im Boden zersetzt; jedoch auch von den ersteren genügt ein sehr kleiner Prozentsatz, um das Wachstum zu stören. Das einzige Mittel, das die Verhinderung der Salze in der oberen Bodenschicht bewirkt, ist die Drainage. Vermöge dieser Manipulation werden die durch das Regen- und Bewässerungswasser gelösten Salze nach unten gezogen und infolge der Ableitung unschädlich gemacht. Es ist hier nicht der Ort, auf die Technik der Drainage einzugehen Darüber existieren dicke Bücher, die sich jeder Interessent verschaffen kann. Nur so viel sei gesagt, daß es die verschiedensten Systeme gibt — von offenen Gräben bis zu bedeckten Entwässerungsarten. Sehr oft wird sich die Anlage einer Untergrundbewässerung mit der der Entwässerung verbinden lassen. (Weitere Artikel folgen.) Kali im Toten Meer. Von Professor Max Blanckenborn, Marburg. Zur Richtigstellung mancher aufsehenerregender, zum Teile aber irreführender Zeitungsartikel der letzten Zeit über angebliche neue (!) Entdeckung von Kalischätzen im Toten-Meer-Wasser und deren Ausnutzung sei kurz folgendes hervorgehoben: I. Seit 1778, also seit genau 150 Jahren, ist die Zusammensetzung des Toten- Meer-Wassers im allgemeinen bekannt, seit 1819 auch sein Kaligehalt und seit 1826 endlich auch der verhältnismäßig hohe Bromgehalt. Zahlreiche Analysen wurden im Laufe dieser 150 Jahre von über 20 französischen, deutschen und amerikanischen Chemikern gemacht, zuletzt noch . 1912 vor dem Weltkriege von A. Friedmann, der die ganze lange Geschichte dieser mit viel wissenschaftlichen Diskussionen verbundenen Erforschung der chemischen Zusammen-