Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Gedanken zur zionistischen Kolonisation auf bewässerten Böden
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 493 (sequence 3)
- Language
- German
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493 sich die erhöhten Kosten auf eine größere Erntemenge verteilen, Das ist auch theoretisch durchaus möglich. Bewässerter Boden gibt bei richtiger Behandlung nicht nur sichere und höhere Erträge, sondern man kann auch 2—3 mal jährlich auf ihm ernten- In der Praxis stellt sich das Ergebnis allerdings meistens anders dar, infolge der Schwierigkeit, die Bewässerungsfeuchtigkeit gleichmäßig und billig auf eine größere Bodentläche zu verteilen. In den meisten Fällen werden dazu Methoden angewandt, die eine spätere mechanische Bearbeitung verhindern und wo infolgedessen die für das Wachstum nötigen Arbeiten, wie Jäten, Bodenlockerung etc. durch teure Handarbeit geschehen müssen. In gärtnerischen Betrieben, wo diese Arbeiten keine großen Dimensionen annehmen und alles auf die Betriebsart zugeschnitten ist, kann gegen solche Bewässerungsmethoden nichts eingewendet werden. Anders aber bei den landwirtschaftlichen Betrieben, deren erste Maxime sein muß — Billigkeit der Erzeugung, Wenn nun hier einige Anregungen gegeben werden sollen, durch bestimmte Bewässerungsmethoden dieser Forderung etwas näher zu kommen, so muß doch gleichzeitig damit eine Warnung verbunden werden. Keine Bewässerungsmethode hat Allgemeingültigkeit, sondern jede ist nur unter ganz bestimmten Bedingungen anwendbar. Solche Bedingungen sind: Oberflächengestaltung, Höhe des Grundwasserstandes, Zusammensetzung des Bodens, Art der Kulturen etc. Es sei nur erwähnt, daß in der amerikanischen Landwirtschaft neun verschiedene Bewässerungsmethoden angewendet werden, die alle ihre Berechtigung haben, wenn bestimmte Vorbedingungen für ihre Anwendung erfüllt sind. In einem vorhergehenden Abschnitt kamen wir zu dem Ergebnis, daß hauptsächlich drei Pflanzengruppen für die bewässerte landwirtschaftliche Kultur in Frage kommen — Futterpflanzen, Hackfrüchte und mehrjährige Pflanzungen, Die Bewässerung der letzeren soll in einem späteren Abschnitt behandelt werden, während wir uns hier nur mit Futterpflanzen und Hackfrüchten beschäftigen wollen, s Die Ueberflutung: Für Futterpflanzen, wie Klee, Luzerne, Grünmais etc, wird heute in Palästina hauptsächlich die Ueberflutung in großen Tiefbeeten angewendet, eine Methode, die auch vom landwirtschaftlichen Standpunkt aus durchaus einwandfrei ist, Sie ist iedoch nur anwendbar, wenn der Boden so eben ist; daß er ohne großen Kostenaufwand die Herstellung von Tiefbeeten gestattet, die bisweilen über einen Dunam groß gemacht werden. Sehr günstig ist es auch, daß die Futterpflanzen während des Wachstums nicht bearbeitet werden. Bei Hackfrüchten ist diese Methode nur in wenigen Fällen benützbar, da die Pflanzen eventuell mit Erde bedeckt oder zum mindesten ihre Blätter sehr beschmutzt würden, was das Wachstum sehr beeinträchtigt. Die Untergrundbewässerung: Sie stellt unter bestimmten Voraussetzungen die idealste Bewässerungsart dar, die wir kennen und kann auf gewissen Böden Palästinas von größter Wichtigkeit werden. Sie besteht, wie schon der Name sagt, darin, nicht die Oberfläche, sondern den Untergrund mit Feuchtigkeit zu versehen, von wo das Wasser dann durch die Kapillarität nach oben steigt. Die Anwendung dieser Methode hängt von drei Vorbedingungen, ab: der Boden muß durchlässig sein, in geringer Tiefe muß sich das Grundwasser oder eine undurchlässige Schicht finden und es muß die Möglichkeit bestehen, das überschüssige Wasser abzuleiten. Wo diese Voraussetzungen erfüllt sind — und das ist bestimmt bei einer Menge Böden der Fall — stellt die Untergrundbewässerung