Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Die Ansiedlung der Koloniearbeiter
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 490 (sequence 9)
- Language
- German
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490 für das erste Jahr 35 Pfund,9} darin etwa 20,50 Pfund Arbeitsentlohnung. 10) Die restlichen 14.50 Pfund, das sind die Ausgaben auf Wasserinstallation, Umzäunung, Dünger, Tieraxbeit, Setzlinge und sonstiges Material, das zur Anlage einer Orangenplantation benötigt wird. Die Kosten der weiteren fünf Jahre werden mit acht Pfund pro Jahr berechnet, davon über 50 Prozent Arbeitsentlohnung. Im allgemeinen wird man sicher nicht übertreiben, wenn man den Anteil der Arbeit mit 65 Prozent, das heißt bei der hohen Kalkulation von 75 Pfund, ein Dunam mit 48 Pfund annimmt. Dieser Betrag müßte also von dem Siedler, die restlichen 27 Pfund von der Zionistischen Organisation beigestellt werden. Ist nun der Arbeiter-Siedler imstande, diese Last auf sich zu nehmen? In Arbeit ausgedrückt, würde sich sein Anteil an der Bepflanzung eines Dunams mit ungefähr 80 Arbeitstagen im ersten Jahre und 15 Tagen in jedem der nächsten fünf Jahre ausdrücken. Rechnen wir zu den 60 Tagen die Feier- und Regentage dazu (etwa 80 Tage im Jahr), dann verbleiben ihm noch immer etwa 200 volle Arbeitstage, 31) genug, um für sich und seine Familie das Brot zu verdienen. Doch darf dabei eines nicht vergessen werden, daß diese Rechnung letzten Endes theoretisch ist, da weder die Anteilnahme der Familie an der Arbeit, noch die besonderen Anstrengungen des Siedlers, noch Arbeitslosigkeit oder Krankheit in Betracht gezogen wurden. Außer dieser in Arbeit sich ausdrückender Beteiligung des Koloniearbeiters an seiner Ansiedlung, kommt ^noch eine direkte Beteiligung mit Barkapital in Betracht. Wie unglaubwürdig es für jeden, der einige Kenntnisse von der Lage der Koloniearbeiter hat, klingen mag, eine Tatsache ist es, daß die sich zur Ansiedlung vorbereitenden Arbeiter über eine kleine Barschaft verfügen, die ungefähr 20 Pfund pro Mann beträgt. So groß ist der Siedlungshunger dieser Siedlungsreserven und so tfroß die in diese Siedlungsform gelegten Hoffnungen, daß Hunderte von Kandidaten in größere oder kleinere Grupoen fäst in jeder Kolonie organisiert, diese Mittel auf irgendwelchem Wege (meistens* durch Sendungen aus dem Auslande) zusammengebracht haben. Es würde sich daher bei einer Ansiedlung von beispielsweise 1000 Arbeiterfamilien in Orangenplantationen zu 10 Dunam ein folgendes, approximativ skizziertes, Schema ergeben: Bodenkauf: 10 000 Dun*m ä 10 PL . ........... 100.000 PL (in vier jährlichen Raten ä 25-000 Pf.) Ansiedlungskosten: 10.000 Dunam ä 27 Pf.......... 270.000 Pf. wovon das erste Jahr ca.......... 145.000 Pf. die nächsten 5 Jahre jedes ä ca. 25.000 Pf. . 125.000 Pf. zusammen .... 270.000 Pf. erfordern würde. Häuserbau und Hofeinrichtung 100 Pf. pro Familie . ... . 100.000 Pf. Wird jedoch als Regel angenommen, daß die Anlage der Plantationen nicht auf einmal, sondern nur sukzessive (jedes Jahr ein Dunam,etwa pro 9) Die Aufstellungen der Versuchsstation und des »Misrad Kablani« der landwirtschaftlichen Arbeiterorganisation sind um vieles (20—30%) kleiner. Doch wollen wir der Sicherheit halber bei der in den Pflanzerkreisen angenommenen Kalkulation bleiben. 10) Die Kalkulation sieht für Bodenvorbereitung tiefes Pflügen vor. Dies kann aber auch durch Handarbeit — oft mit besserem Erfolg — ersetzt werden. u) Diese Zahl würde sich selbstverständlich mit jedem Jahre mit fortschreitender Pflanzungstätigkeit entsprechend vermindern.