Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Die Ansiedlung der Koloniearbeiter
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 489 (sequence 8)
- Language
- German
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489 ist, erhellt aus der Tatsache, daß die kalifornische Orange, die in ihrer Güte hinter der palästinensischen steht, nur dank ihrer außerordentlich sorgfältigen und sachgemäßen Packung einen Besserpreis von etwa fünf Shilling pro Kiste gegenüber der unserer erzielt hat. „Alles in allem, es kann mit Recht befürchtet werden, daß in drei bis vier Jahren, mit der eingetretenen Ertragsfähigkeit der Neupflanzungen, eine Krise auf dem Orangenmarkt entstehen kann. Was sie für die Zukunft unserer Wirtschaft bei der bekannten jüdischen Mentalität, die zu Uebertreibungen und voreiligen Maßnahmen neigt, bedeuten könnte, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Als Vorbeugungsmittel kann nur entweder eine starke Organisation der Pflanzer oder ein besonders starker Einfluß der nationalen Siedlungsinstitutionen auf diesem Siedlungsgebiet dienen. Für das erstere besteht im Lande ein Vorbild, der „Pardess", der leider nicht imstande ist, den individualistischen Tendenzen der jüdischen Pflanzer Herr zu werden. Trotzdem zum Beispiel dieses Jahr die vom „Pardess" verkauften und versandten Früchte einen Mehrpreis von IV2 bis 2 Shilling die Kiste erzielten, zieht ein großer Teil der Pflanzer es vor, entweder auf eigene Hand die Frucht zu versenden, oder aber sie an private Brocker (für einen oft niedrigeren Preis) abzugeben.8) Das zweite Mittel, der direkte Einfluß der zionistischen Institutionen, ließe sich am besten durch direkte Anteilnahme an der Pflanzungsarbeit bewerkstelligen. Es wird eine der vornehmsten Pflichten des KKL. sein, sich einen entsprechenden Anteil an dem sehr beschränkten Bestand der entsprechenden Böden zu sichern. Auch die zionistischen Siedlungsinstitute müßten sich an Pflanzungsgesellschaften beteiligen, sowie auch Pflanzungssiedlungen in eigener Initiative anlegen. Solange aber das erforderliche Geld nicht vorhanden ist, muß man auf Mittel und Wege sinnen, um die bestehenden und sich bietenden Möglichkeiten auszunützen, um ein Eindringen des Arbeiterelements in die Pflanzungstätigkeit zu ermöglichen. Der erste Schritt dazu ist die Inangriffnahme der Ansiedlung der Koloniearbeiter. IV. Die Entscheidung über die endgültige Wirtschaftsform, die zu wählenden Wirtschaftszweige, ihre Größe und gegenseitiges Sichergänzen gehört nicht in den Rahmen dieses Artikels. Viel wird bei der Bestimmimg des Siedlungsplans von den Bodenverhältnissen, manches von dem Siedlungsmaterial und den vorhandenen Geldmitteln abhängig sein. Die Frage, die zu beantworten ist, ist nur, was der Koloniearbeiter für den Bau seiner Wirtschaft selbst beisteuern kann und was die Siedlungsinstitute ihrerseits an Geldmitteln aufwenden müssen. Selbstverständlich ist auch diese Frage von der konkreten Wirtschaftsform in hohem Maße abhängig. Nehmen wir aber zum Gegenstand unserer Erwägung als Beispiel nur eine Form, und zwar die einer Orangenplantage- Das Bepflanzen von einem Dunam Orangen (62 Bäume pro Dunami kostet laut Aufstellung, die im „The Palestine Citrograph" Nr. 2 vom März 1928 veröffentlicht ist, exklusive Bodenpreis (etwa 10 Pfund pro Dunam) bis zur Ertragsfähigkeit 75 Pfund. Aus diesem Betrag entfallen?) Der »Pardess« konzentrierte den Verkauf von kaum 350.000 Kisten.