Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Article
- Die Ansiedlung der Koloniearbeiter
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 491 (sequence 10)
- Language
- German
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491 Familie) erfolgen wird, dann sieht das Schema der Siedlungskosten (ohne Bodenpreis)ungefähr so aus: Anlage von 1000 Dunam jährlich ä Pf. 14,50 . . . . . . . 14.500 Pf. (Im ersten Jahre könnte dieser Betrag von den Siedlern aus der ihnen zur Verfügung stehenden Barschaft gedeckt werden.) Jedes weitere Jahr bedeutet eine Vermehrung der Kosten um weitere 4000 Pf. bis zu einem Höchstbetrage von 34.000 Pf. im sechsten Jahre. Zü^ diesen Beträgen würden noch entsprechend verteilte 100.000 Pf. für Häöserbau hinzukommen. - Es ist unmöglich und überflüssig, einen genaueren und konkreten tatsächlichen Finanzplan für die Siedlungsinstitute (KKL. und KH.) auszuarbeiten. Es muß der Findigkeit, Tatkraft und dem Sparsinn jedes einzelnen Siedlers überlassen werden, seine Wirtschaft so zu bauen, wie es ihm richtig erscheint, Fehler und Mißgriffe werden nicht zu vermeiden sein. Doch das Lehrgeld wird der Siedler zu tragen haben, daher auch die berechtigte Hoffnung, daß es möglichst niedrig sein wird. Was nottut, ist, daß die Zionistische Organisation die ungeheure volkswirtschaftliche, nationale und soziale Wichtigkeit dieser Siedlüngstätigkeit erkennt und alles tut, um ihren Anfang in die Wege zu leiten. Und dies läßt sich, wie ausgeführt, mit verhältnismäßig kleinen Summen ausrichten. Nötig ist auch, daß der KKL. eine seiner vornehmsten Pflichten erfüllt: Er muß durch die nötigen Bodenkäufe in der Orangenzone eine große Lücke in seiner Bodenkaufpolitik ausfüllen und auf diese Weise gleichzeitig auch die Vorbedingung für dieses Siedlungswerk schaffen. Gedanken zur zionistischen Kolonisation auf bewässerten Böden. Von Agr. Hermann Hirsch, derzeit Chicago. III.*) Zur Praxis der Bewässerung. L a n d w irtschaftund Gärtnerei: Bevor wir näher auf das Thema eingehen, ist es notwendig, uin Mißverständnisse zu vermeiden den Begriff der Landwirtschaft auf bewässertem Boden eindeutig zu definieren. Es handelt sich nämlich darum, die Landwirtschaft von der Gärtnerei auf dem Gebiete bewässerter Kulturen abzugrenzen. Infolge des Konservativismus ihrer ackerbautreibenden Bevölkerung ist dies in den Mittelmeerländern erst in Einzelfällen geschehen, und es ist Amerika vorbehalten geblieben, vorbildliche, moderne, bewässerte Farmen zu schaffen. Der Fortschritt steht aber nicht still und es sind viele Anzeichen dafür vorhanden, daß auch die Landwirte der Mittelmeerländer — wie Frankreich, Italien, Aegypten etc. — sich auf die modernen Bedingungen umstellen und ihre bewässerten Wirtschaften von der unrationellen Verqüickung mit gärtnerischen Methoden frei machen werden. Wir in Palästina haben die große Chance, jetzt neu zu beginnen und müssen sehr darauf bedacht sein, die Tendenzen der Zeit zu verstehen und unsere Wirtschaften up to date aufzubauen. *) Nr. I. und IL waren in Nr. 8/10 enthalten.