Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Der Bericht der Untersuchungskommission (Joint Palestine Survey Commission) für die Jewish Agency
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 395 (sequence 6)
- Language
- German
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395 des erhöhten Badens des Tales schließt das südliche Ufer des Sees ab und der Jordan fließt aus ihm in der südwestlichen Ecke ab. 8. Oberes J o r d a n t a 1, Südlich des Tiberiassees, auf eine Distanz von zirka 15 km südlich Beisan, besteht das Jordantal aus einer breiten, gleichförmigen Ebene, in der der Fluß ein Tal von verschiedener Breite entwickelt hat. Es liegt 10—20 m unter der Hauptsohle. Innerhalb dieser Talfläche pendelt der Fluß hin und her und stellenweise wäscht er die umschließenden, terrassenförmigen Bergabhänge aus. Wenn er den Tiberiassee verläßt, ist der Jordan ein klarer und ruhiger Strom. So wie seine Schnelligkeit auf kurze Entfernung durch das steile Gefälle wächst, wird er schlammig und führt beständig Ablagerungen in das Tote Meer. Im oberen Teile wird die Wassermenge des Jordans vermehrt durch jene des Jarmuk vom transjordanischen Hochplateau im Osten und durch die Einmündung des Jalud, welcher von Westen an Beisan vorüberkommt. Südlich Beisan liefern noch einige Quellen kleine Zuflüsse. Westlich des Jordan ist die gleichförmige Ebene nur ein schmaler Streifen von Jisr el Mejamieh südwärts bis zum Jalud. Die Hügel westlich des Jordan nähern sich dem Flußbett zirka 15 km unter Beisan. Von diesem Punkt südwärts bis zum Teil abu Sidreh soll es kein pflügbares Land geben wegen der außerordentlichen Unebenheit des Bodens. 9. Das untere JordantaL Als dieses kann bezeichnet werden das Tal angefangen von Tel abu Sidreh südwärts bis zum Toten Meer, zirka 50 km. Es ist geteilt in das eigentliche Flußtal, Ueberbleibsel alter Seen und alluviale Böden. Diese sind bloß ein unregelmäßiger, enger Streifen, das Flußtal einfassend. Dieser Boden erleidet Ueberschwemmungen und der größte Teil davon ist alkalisch. Die Reste alter Seen nehmen eine Terrasse über der Flußebene ein. Der östliche Rand ist stark erodiert und eine sehr ausgedehnte Fläche — 159.925 Dunam — ist ausgesprochenes Oedland. Die Seeablagerungen dehnen sich bis zum Fuße der jüdischen Berge aus, aber ein beträchtlicher Teil ihrer Fläche ist jetzt verdeckt durch eine Ueberschwemmung mit alluvialem Material von den Wadis, die von den Hügeln kommen. Diese Abhänge sind jetzt zu steil für irgend einen Anbau, zum großen Teile erleiden sie während der Regenzeit Ueberschwemmungen in unregelmäßigen Abständen, von denen manche sehr arg sind, andere weniger, aber ihr alljährliches Vorkommen ist so sicher, daß ohne kostspielige Schutzbauten eine Ansiedlung nicht möglich ist. Große Flächen des Bodens enthalten übermäßig viel Alkali, andere haben viel lösliche Salze, sodaß eine Bewässerung gewagt ist und bloß auf den breiteren alluvialen Flächen finden sich alkalifreie Böden. Dort befindet sich auch gegenwärtig ein ständiger Anbau. 10. DerNegeb. Dieser umfaßt im allgemeinen das unentwickelte Gebiet südlich von Gaza und Berscheba. Dort gibt es ausgedehnte Flächen vorzüglichen Bodens, aber der geringe Regenfall verhindert, daß ohne Bewässerung ertragreiche Landwirtschaft betrieben werden kann. Es ist nicht «icher, daß eine Wasserbeschaffung möglich ist. Die Aussichten dazu sind, namentlich im Innern, wenig ermutigend. Der Bericht gibt dann einen kurzen Ueberblick über die Bodenqualitäten, Klima, Temperatur, Regenfall etc., ferner über die Bevölkerung, Handel, Ein- "wanderxtng etc. Da hier lauter bekannte Daten gegeben werden, unterlassen wir, des näheren darauf einzugehen. Von besonderem Interesse ist die Aufstellung des Berichtes über die