Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Das neue Stadium der Jewish-Agency-Frage
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 388 (sequence 5)
- Language
- German
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388 Ä.-C. hat vielmehr gerade das getan, was es der Gegenseite außerordentlich verübelt hätte: Es hat Bedingungen gestellt, und zwar nicht nur für ein Aktionsprogramm, sondern konstitutionelle Bedingungen für den Eintritt in die Agency. Nun ist es schon an sich ein logisch nicht ganz richtiger Zustand, wenn diejenige Gruppe, die sich um die Heranziehung anderer bemüht, diesen Bedingungen stellt, aber paradox wird diese Tatsache erst dann, wenn die Bedingungen über das hinausgehen, was der Antragsteller für sich selbst festzusetzen für notwendig hält. Während der Eintritt in die Zionistische Organisation nur das Bekenntnis zum Baseler Programm voraussetzt und innerhalb der Zionistischen Organisation sehr wohl Meinungsverschiedenheiten über Kwuzoth, ja sogar über das Nationalfondsprinzip bestehen können, soll diese Möglichkeit in der Agency von vornherein abgeschnitten sein durch entsprechende konstitutionelle Bestimmungen. Gerade als Anhänger der vom A.-C. ausgesprochenen Prinzipien finden wir ein Verfahren bedenklich, das nicht auf die Kraft dei Gedanken und Ideen vertraut, sondern formelle Sicherungen schaffen will. Räsonnablerweise könnte eigentlich nur die Anerkennung des Palästina-Mandates als Bedingung gestellt werden, alles andere sind Fragen des Aktionsprogrammes, das im Sinne der A.-C.-Resolution zu gestalten wäre. Aberman muß begreifen, daß das A.-C. durch die ungeschickte Formulierung des Berichtes der Agency-Kommission in seiner Sicherheit erschüttert und ängstlich geworden ist, sodaß es möglichst weitgehende Sicherungen vorzuschreiben wünschte. Die Forderungen selbst müssen wohl auch von der Gegenseite, wenn sie sich die Grundlagen des Palästina-Werkes überlegt, als berechtigt anerkannt werden. Denn es wäre z. B. ungerecht, wenn durch aus öffentlichen Mitteln gekauften Boden Privatleute bereichert würden, zumal für den privaten Bodenerwerb andere Wege offen sind. Ebenso wird man besonders in Ländern der westlichen Demokratie gegen den Grundsatz der menschlichen Selbstbestimmung der Siedler, d. h. also in einer Beschränkung des Einspruchsrechtes des Kolonisators auf rein wirtschaftliche Momente, keine Einwendung erheben können. Die anderen Forderungen: Einwanderung, jüdische Arbeit, hebräische Sprache — besagen nur Selbstverständlichkeiten. Die Resolution des A.-C. gibt eine große Chance. Wenn es gelingt, die amerikanischen Nichtzionisten davon zu überzeugen, daß in der Zionistischen Organisation heute mehr als je zuvor der Wille zur loyalen Zusammenarbeit für das große jüdische Ideal unserer Zeit vorhanden ist, dann kann die Bildung der erweiterten Jewish Agency schnell in ein entscheidendes Stadium treten. Auch innerhalb der Zionistischen Organisation hat das Votum des A.-C. mit seiner großen Majorität eine neue Konstellation geschaffen, eine breite, gemeinsame Front für die so viele Jahre heißumstrittene Politik. Wird diese Politik erfolgreich sein, so kann Palästina bald in eine neue Periode, eine Periode der ersehnten, ruhig fortschreitenden Entwicklung des jüdischen Aufbauwerkes eintreten. * * * Anschließend geben wir die Beschlüsse der vom 19. bis 30. Juli in Berlin abgehaltenen Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees über den Bericht wieder: A. Das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation drückt den Mitgliedern der Joint Palestine Survey Commission für die von ihnen geleistete wertvolle Arbeit seinen besonderen Dank aus und begrüßt den im Bericht zum Ausdruck gekommenen Wunsch zur Zusammenarbeit aller Kreise des jüdischen Volkes beim Aufbau des jüdischen nationalen Heimes in Palästina in der Erwartung, daß eine solche Zusammenarbeit zu der erwünschten Beschleunigung und Stärkung des palästinensischen Aufbauwerkes führen wird. Das Aktionskomitee konstatiert mit Befriedigung, daß die Kommission, in Uebereinstimmung mit der Stellungnahme der Zionistischen Organisation, eine Reihe von politischen Forderungen aufgestellt hat, die sich auf die Verpflichtung