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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 382

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Jüdische und nichtjüdische Erziehung in Palästina
Date
1928-08-01
Page
Seite 382 (sequence 5)
Language
German
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382 B, Nicht jüdische Schulen: Schülgattung Anzahl Lehrer Schüler Prozent Regierung — — 23 — Englisch-amerikanische Mission — — 254 — Französische Mission — — 170 — Italienische Mission — — 89 — Deutsche Mission — -— 7 — Christliche Privatschulen — — 4 — Mohammedanische Privat schulen _, — ■ — _2_— ■ Zusammen nichtjüdische Schulen_—_— 549 1.9 Zus. jüdische u. nichtjüd. Schulen — — - 27.040 100.0 Es ist auf den ersten Blick auffällig, daß von den 27.000 jüdischen Schülern nur 17.688 oder 65.5 Prozent den von der Zionistischen Organisation unterhaltenen Schulen angehören, während das übrige Drittel in anderen jüdischen oder gir nichtjüdischen Schulen Unterricht empfängt. Jedoch müssen die von der Wizo und den Waisenkomitees finanzierten, sowie ein Großteil der Privatschülen ebenfalls als zionistisch betrachtet werden, sodaß rund 80 Prozent der jüdischen Schüler als rein zionistisch erzogen gerechnet werden müssen. Dazu kommt noch, daß sich das Hebräische in den Unterrichtsanstalten der Alliance Israelite und der Anglo-Jewish Association in immer stärkerem Maße durchsetzt und nur in den auffällig wenigen Schulen der Agudath-Israel und den Talmud-Thoras die Unterrichtssprache Jiddisch, bezw. Spagniolisch ist. In Anbetracht der finanziellen und ideologischen Schwierigkeiten, die das jüdische Schulwesen zu begegnen hat, ist diese Hebräisierung ein Erfolg, auf den wir mit Recht stolz sein dürfen. Der Regierungsbericht widmet dem Schulsystem der Zionistischen Organisation, das uns hier allein beschäftigen soll, einen besonderen Abschnitt. Einleitend-wird die Geschichte des zionistischen Erziehungswesens kurz geschildert, wobei auch auf den Sprachenstreit mit dem Hilfsverein der Deutschen Juden von 1913 eingegangen wird. Die Probleme der Finanzgebarung, die uns ja leider allzugut bekannt sind, finden selbstverständlich gebührende Betrachtung. Das Budget für 1926/27 betrug 112.656 Pfund, wovon auf den Keren Hajesso:! 74,000 Pfund, die Regierung 20,000 Pfund, auf die PTCA, verschiedene Kommunen und Schulgelder der Rest entfällt. Zum ersten Male sind also in diesem Jähre die immer wieder vorgebrachten Wünsche nach einer einigermaßen der Bedeutung des Zionistischen Schulwesens entsprechenden Beteiligung der Regierung an dem Schulbudget verwirklicht worden. Der immerhin recht beträchtliche „grant-in-aid" von 20.000 Pfund ist allerdings nicht ohne Zugeständnisse von zionistischer Seite erlangt worden. Die Regierung wollte für ihr Geld ,,auch etwas haben", und so sitzen heute zwei Regierungsvertreter mit vollen Rechten im „Vaad Hachinuch" (Erziehungsrat), denen umfangreiche Einspruchsrechte vor allem auf dem finanziellen Gebiete zustehen. So kann z. B. der „grant" in dem Maße verringert werden, in dem Ausgaben für das Schulwesen gemacht werden, die von der Regierung nicht genehmigt worden sind. Die Zahl der Regierungsinspektoren für das jüdische Schulwesen - ist ebenfalls von 1 auf 3 erhöht worden. „Closer collaboration" (engere Zusammenarbeit) nennt das der Regierungsbericht. „Freiheit, ein schönes Wort, wer's recht verstände", möchte man mit Herzog Alba bei diesem Kapitel zionistischer Politik ausiufen. Im übrigen braucht diese „Zusammenarbeit" auf pädagogischem Gebiete auch heute, wo sie von jüdischer Seite aus freiwillig erfolgt, nur denjenigen zu erschrecken, der die galuth-psychologische Angst vor dem „Goi" auch nach Palästina bringt. Man sollte sich endlich darüber klar werden, daß die Palästina-Regierung „unsere" Regierung ist, worauf schon Dr. Löwenstein einmal, wenn auch in einem anderen Zusammenhang, durchaus mit Recht hingewiesen hat. Wir werden bei einer solchen „collaboration" sogar viel Nützliches lernen

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