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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 360

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Gedanken zur zionistischen Kolonisation auf bewässerten Böden
Date
1928-08-01
Page
Seite 360 (sequence 7)
Language
German
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360 sind — also Ton- und Humusböden, Bestimmte Bodenarten haben die Eigenschaft, nach dem Feuchtwerden an der Oberfläche zu verkrusten. Dann bleibt der neufallende Regen erst eine Zeitlang an der Oberfläche stehen, um die Kruste aufzuweichen; oder, wenn das Land nicht eben ist, fließt er ein der Oberfläche ab, der tiefsten Stelle zu. Dadurch, daß sich dieser Vorgang jährlich wiederholt, haben sich derartig abfließende Wasser schon Flußbettegegraben — die sogenannten Wadis. Sie führen nur im Winter Wasser und sind im Sommer trocken. Aus diesen Verhältnissen ergeben sich sehr wichtige Möglichkeiten für die palästinensische Landwirtschaft. Es muß unter allen Umständen vermieden werden, daß das ohnehin schon ungenügende Regenwasser von Kulturboden abfließt. Das kann geschehen, durch ein ständiges Bearbeiten des Bodens mit dem arabischen Pfluge oder dem Kultivator während der Regenzeit. Die Araber nennen dies: ,,den Regen einpflügen" und machen es nach jedem größeren RegenfalL Sie erreichen dadurch, daß die Kruste gebrochen wird und der Boden mühelos neues Regenwasser aufnehmen kann; außerdem aber wird die Feuchtigkeit, die sonst infolge der Kappilarität an die Oberfläche steigen und dort verdunsten würde, im Boden festgehalten. Auf unebenen Böden wird aber auch Bearbeitung das Abfließen des Wassers nach starkem Regen nicht verhindern und dort muß der Boden terrassiert werden. Die ackerbautreibenden Israeliten des Altertums hatten es darin zu großer Vervollkommnung gebracht und noch heute sieht man auf jetzt öden Abhängen die Ueberreste früherer Terrassenanlageh. Das ablaufende Wasser verursacht nämlich nicht nur den negativen Uebelstand, daß der Boden nicht genügend Winterfeuchtigkeit erhält, sondern es schwemmt auch die feinen Erdteilchen und die löslichen Nährstoffe, also die wertvollsten Beständteile der Ackerkrume, hinweg. Ohne Terrassenkultur ist darum keine erfolgreiche Landwirtschaft auf abhängigen Böden möglich, und wir können bei der Bodenarmut Palästinas auf diese Teile, die einen großen Prozentsatz der kultivierbaren Fläche darstellen, nicht verzichten. Die geschilderten Vorgänge beim Fall der Winterregen bieten uns jedoch noch einen großen Vorteil — nämlich die Möglichkeit, die nutzlos zu Tale fließenden Wasser der Wadis zu stauen und zur Bewässerung sonst nicht bewässerbarer Kulturböden zu benützen, wie dies heute in allen anderen, Palästina entsprechenden Ländern, wie Nordafrika und Amerika, geschieht. Der Nutzen, den eine solche Zusatzbewässerung bringt, ist ein sehr großer. Man ist nicht mehr von den unzuverlässigen Regenmengen abhängig, sondern kann den Boden reichlich mit Winterfeuchtigkeit versehen, was eine ergiebige Ernte gewährleistet. Bei ebenem Boden besteht der weitere große Vorteil, daß man ihn eine Zeitlang unter Wasser setzen kann. Das Wasser der Wadis ist nämlich sehr reich an feinen Erdteilchen und Pflanzennährstoffen, die sich dann auf den Boden absetzen und ihn sehr fruchtbar machen. Man denke nur an die Schwemmböden des Nils oder die Marschböden Norddeutschlands, die ohne Düngung jedes Jahr die reichsten Ernten geben. Es wird sich darum sicher lohnen, auch auf abhängigen Böden durch Terrassierung eine längere Ueberschwemmung zu ermöglichen. Es würde im Rahmen dieser Zeilen, die lediglich einen suggestiven Zweck haben, zu weit führen, auf die technischen Momente dieser Frage einzugehen. In den meisten Fällen wird es ohne große Kosten möglich sein, die Wadi, die ja im Sommer trocken sind, an den gewünschten

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