Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 8-10 (August 1928)
- Article
- Gedanken zur zionistischen Kolonisation auf bewässerten Böden
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 359 (sequence 6)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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359 Jänner bis Februar; sie dienen dazu, den Boden mit Feuchtigkeit zu sättigen und ihm eine Reserve für die heißen Frühjahrsmonate zu geben. Die Winterregen sind die Hauptregen und betragen etwa das vierfache der Früh- und Spätregen. Die letzteren sind warme, leichte Regen, die den Boden schnell erwärmen und das Pflanzenwachstum ungeheuer fördern; sie fallen im Monat März. Die Gesamtmenge des Regenfalles während der Regenperiöde ist von entscheidender Wichtigkeit für die Bodenkultur des Landes. Sie ist bei Haifa am höchsten und erreicht dort etwa den deutschen Durchschnitt, nämlich die Höhe von 600—700 mm. Gegen Osten und Süden nimmt die Quantität jedoch ab, bis sie so gering wird, daß sie zuerst nur noch eine Steppenvegetation und später überhaupt kein Pflanzenwachstum mehr erlaubt. Das ist in der arabisch-syrischen Wüste und der Wüste von Sinai der Fall; in Berschewah und Jericho fallen jährlich nur noch ca. 300 mm Regen. Auch die Regenmenge von Haifa genügt natürlich nicht für ein ßo warmes Land wie Palästina. Dort müßten wenigstens 2000 mm. über das ganze Jahr verteilt, fallen, um ein kontinuierliches Wachstum zu ermöglichen. An vielen Orten könnte man die Wassermenge durch künstliche Bewässerung den Pflanzen zuführen, entweder, weil Grundwasser so hoch steht, daß es leicht erbohrt werden kann, oder auch, weil verschiedene, im Sommer wasserführende Flüsse sich dazu benützen lassen. Jedoch aus den im vorigen Abschnitt (Intensität und Bewässerung) angeführten Gründen ist Palästina noch nicht reif, diese Möglichkeiten voll auszunützen. Sieht man indessen von allem eventuell künstlich bewässerbarem Lande ab, so bleibt doch ein großes Terrain, das wohl immer trocken bearbeitet werden muß und mit diesem will sich die vorliegende Untersuchung beschäftigen. Infolge der oben skizzierten Regenverhältnisse ist das Pflanzenwachstum auf Trockenböden nur eine beschränkte Zeit des Jahres möglich — während und unmittelbar nach der Regenperiode. Je nach ihrer Wärmebedürftigkeit werden die Kulturen entweder im Herbst oder im Frühjahr gesät, Zu den ersteren gehören Getreide, Hülsenfrüchte und Klee, während für den Frühjahrsanbau hauptsächlich Mais, Durrah, Sesam, Melonen, Tabak etc. in Betracht kommen. Der Anbau der Winterkulturen ist in Palästina sehr unsicher, da ihr Erfolg wesentlich von dem rechtzeitigen und reichlichen Fall der Früh- und Spätregen abhängt. Für die Sommerkulturen bleibt das Land während der Haiiptregenzeit brach liegen; ihr Erfolg hängt hauptsächlich von der Menge des gefallenen Regens ab. Diese ist aber in den meisten Fällen ungenügend, d. h., die Erntemenge würde sich ganz gewaltig erhöhen, wenn das Land mehr Winterfeuchtigkeit bekäme. Bevor hier nun auf eine Methode eingegangen werden soll, die in anderen Ländern erheblich dazu beiträgt, die Erntemenge zu erhöhen und gegen die Launenhaftigkeit der Niederschläge zu sichern«. seien, zum besseren Verständnis, kurz einige für die Landwirtschaft wichtige Gesetze des Wasserkreislaufes erörtert. Die Quelle aller Feuchtigkeit ist der Regen. Er fällt auf das Land nieder und dringt durch die Schwerkraft (Gravitation) des Wassersin den Boden ein, bis er auf eine undurchlässige Schicht trifft. Ein bestimmter Teil der Feuchtigkeit wird in den Bodenteilchen festgehalten. Diese Absorptionskraft des Bodens ist um so größer, je feiner die Bodenteilchen