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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 353

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Aufbauarbeit in Palästina in den nächsten zehn Jahren
Date
1928-08-01
Page
Seite 353 (sequence 13)
Language
German
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353 Sicherheit verlangen, so würde es bei der Natur neuer industrieller Unternehmungen wahrscheinlich überhaupt keine Geschäfte machen können. In den meisten Fällen wird sich erst einige Jahre nach Errichtung des industriellen Unternehmens feststellen lassen, ob es ein gesundes und rentables Unternehmen ist. Ich würde deshalb empfehlen, daß die für Kredite an Industrie und Handwerk ausgesetzten 30.000 Pfund in Aktien der Industrial Development Co. angelegt werden, sodaß das Institut alle Kredite aus seinem Aktienkapital gibt. Erst wenn die industriellen Unternehmungen, denen es Kredite gegeben hat, nach einer gewissen Zeit sich als rentabel erwiesen haben, soll die Industrial Development Co. dazu übergehen, in Höhe ihrer als sicher anzusehenden Außenstände auch fest verzinsliche Obligationen auszugeben. 3. Die oben für Hypotheken auf städtische Wohnungen eingesetzten 100.000 Pfund können als sicheres Investment angesehen werden. Die Hypothekenkredite könnten durch die bestehende General Mortgage Bank of Palestine gegeben werden, die ihrerseits dafür Mortgage- Bonds auf den Markt bringen kann. 4. Die oben für Kredite ah Kaufleute eingesetzten 30.000 Pfund können ebenfalls als sichere Investierungen angesehen werden. Die 30.000 Pfund sollten zum Ankauf von Aktien der Anglo Palestine Co. verwendet werden/damit diese in den Stand gesetzt wird, die höheren Kreditbedürfnisse einer wachsenden Einwanderung zu befriedigen. VI, Umfang der zukünftigen Einwanderung, Die vierte Alijah hat, wie bekannt, unerwünschte Folgen gezeitigt, weil die Einwanderer nicht über die zur wirtschaftlichen Verwurzelung erforderlichen Kapitalien verfügten und sie auch nicht von dritter Seite erhalten konnten. Wir. müssen aus diesen Erfahrungen die Folgerung ziehen, daß für jeden Einwanderer entweder zusammen mit ihm oder von dritter Seite auch ein bestimmtes Kapital nach Palästina einfließen muß. Wir haben oben für jedes unit von 1000 Familien oder rund 5000 Seelen das Kapital, das von dritter Seite (zuzüglich zu dem eigenen Kapital der Einwanderer) zur Verfügung gestellt werden müßte, auf 441.000 Pfund berechnet. Die Höhe der Einwanderung für die nächsten 10 Jahre wird also davon abhängen, welche Beträge von den an Palästina interessierten Instituten für wirtschaftliche Zwecke aufgebracht werden können. Andere Faktoren, welche die Einwanderung beschränken, sehe ich nicht. Die Regierung wird der jüdischen Einwanderung keinerlei Schranken setzen, sobald sie die Ueberzeugung hat, daß das gleichzeitig nach Palästina einfließende Kapital den Einwanderern dauernde Existenzmöglichkeiten eröffnet, wie das im vorliegenden Plane in Aussicht genommen ist. Was die Möglichkeit des Bodenerwerbs anbetrifft, so haben wir oben ausgeführt, daß (außer einer Bodenreserve in Berscheba) im Laufe der nächsten zehn Jahre 130.000 Dunam bewässerter Boden für Orangenbau und ferner 100.000 Dunam unbewässerter Boden in der Küstenebene und 500.000 Dunam unbewässerter Boden im übrigen Palästina erlangt werden können. Dies würde, wenn wir für eine Familie durchschnittlich 15 Dunam bewässerten Boden oder 100 Dunam uribewässerten Boden rechnen, für 8600 plus 6000, d. h. für rund 15.000 Familien (1500 Familien jährlich) genügen. Nach der Proportion von

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