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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 354

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Aufbauarbeit in Palästina in den nächsten zehn Jahren
Date
1928-08-01
Page
Seite 354 (sequence 14)
Language
German
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354 30% Landwirte würde hiernach eine jährliche Einwanderung von 5000 Familien oder 25.000 Seelen möglich sein. Ich würde vorschlagen, die vor uns liegende Periode von zehn Jahren in drei Abschnitte von 2, 3 und 5 Jahren zu teilen. In den ersten zwei Jahren wäre eine Einwanderung von je 2000, in den nächsten drei Jahren von je 3000 und in den letzten fünf Jahren von je 5000 Familien m Aussicht zu nehmen. Bei diesem Programm würden in den nächsten zehn Jahren 38.000 Familien, d. h. etwa 190.000 Seelen nach Palästina einwandern. Zusammen mit den in Palästina bereits wohnhaften 155.000 Juden und unter Berücksichtigung der natürlichen Vermehrung würde die jüdische Bevölkerung auf etwa 400.000 Seelen anwachsen. Heute macht die jüdische Bevölkerung unter der Gesamtbevölkerung Palästinas von 900.000 Seelen 17.2% aus. Bei Durchführung des obigen Einwanderungsprogramms würden die 400.000 Juden nach 10 Jahren 30.7% der dann auf 1,300.000 zu schätzenden Gesamtbevölkerung Palästinas betragen. Gedanken zur zionistischen Kolonisation auf bewässerten Böden. Von Agr, Hermann Hirsch, derzeit Chikago. X Intensität und Bewässerung. Ein grundlegender Irrtum, dem die meisten unserer Propheten intensiver Kolonisation verfallen, ist ihre Annahme, daß es einen Intensivismus a priori gebe. Sie glauben, es genüge, zu beweisen, daß nur eine sehr kleine, intensiv bearbeitete Fläche zum Unterhalt einer Familie nötig wäre, und daß eine solche Kolonisation das zionistische Aufbauwerk hervorragend fördern würde, um alle Kreise für ihre Vorschläge zu gewinnen. Sie vergessen dabei nur eins, daß nämlich Intensivismus der Eigenart der meisten Menschen absolut nicht entspricht. Intensivismus bedeutet Konzentrierung aller Kräfte und Fähigkeiten innerhalb sehr enger Grenzen, wozu nur die wenigsten Menschen aus eigenem Antrieb fähig sind, denn es bedeutet eine Selbstbeschränkung. Die Mehrzahl tendiert vielmehr dahin, ihre Mittel und Kräfte auf eine möglichst große Fläche zu verteilen, das heißt zum Extensivismus. Man kann diesen Expansionstrieb mit Nietzsche, „Wille zur Macht", nennen, man kann ihn bejahen oder verneinen, aber er ist vorhanden und muß in jede^ reale Rechnung eingesetzt werden. Deshalb können wir auch beobachten, daß überall, wo intensiv gewirtschaftet wird* die Menschen erst durch bestimmte wirtschaftliche Bedingungen dazu gezwungen werden. Diese können verschiedener Art sein: Wachsende Bevölkerung, wodurch allmählich Bodenmangel entsteht, hohe Bodenpreise, wachsender Wohlstand eines Landes, wodurch das allgemeine Preisniveau gehoben wird und die Möglichkeit entsteht, Produkte, die sich nur intensiv erzeugen lassen, teuer abzusetzen usw. Es ist in dieser Beziehung nicht so gleichgültig, wie es Dr. Soskin in seiner Broschüre: „Kolonisationsrevisionismus'1 hinstellen will, was in

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