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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Aufbauarbeit in Palästina in den nächsten zehn Jahren
Date
1928-08-01
Page
Seite 345 (sequence 5)
Language
German
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345. sind wie in europäischen Großstädten. Wenn die Milchpreise sirikeni wird der Absatz sich naturgemäß noch weiter vergrößern/ Die Milchwirtschaft ist nickt wie der Orangenbaü auf die-Küstenzone beschränkt, sondern kann überall, wo fruchtbarer Boden vorhanden ist, betrieben werden. Räch der Ansicht von Herrn Hankin ist es möglich, im Laufe der nächsten 10 Jahre 500,000 Dunam geeigneten Bodens in verschiedenen Teilen Palästinas zu erwerben. Die Milchwirtschaft stand bisher ah der unteren Grenze der Rentabilität. Es ist jedoch möglich, 'ihre Rentabilität zu erhöhen, wenn die Farmen eine Bewässerungsanlage erhälteri, die mindestens 10% des Bodens zu bewässern erlaubt. Bisher wurde die Milchwirtschaft meistenteils auf Böden betrieben, die gar nicht oder nur zu wenigen Prozent bewässert wurden. 4. Trotzdem nach den heutigen Verhältnissen der Orangenbaü rentabler ist ais die Milchwirtschaft und keine wesentlich höheren Investitionen verlangt, scheint es doch notwendig, mindestens zu einem iTeil an der Milchwirtschaft als Basis für zukünftige Kolonisation festzuhalten, und zwar aus zwei Gründen: die Rentabilität des Orangenbaues steht und fällt mit der Aufnahmefähigkeit des englischen Marktes,/wo die Palästinaorange heute einen viel höheren Preis erzielt als die spanische Orange. Zwar versichern die besten Sachverständigen, daß der englische Markt das Vielfache der jetzigen Produktion Palästinas aufnehmen kann. Aber wenn die gesamte zukünftige Kolonisation nur auf Orangen basiert sein sollte, würde dies zusammen mit der Anpflanzung neuer Orangerien durch Araber eine so gewaltige. Vermehrung des Orangenexportes verursachen, daß es doch riskant erscheint, unsere ganze Kolonisation nur auf diese eine Karte zu setzen. Außerdem ist, wie erwähnt, der Orangenbau nur in der Küstenzone möglich. Die Schaffung eines jüdischen. Nationaiheimes in Palästina verlangt aber, daß wir nicht nur in diesem relativ kleinen Teile des Landes, sondern überall im Lande Fuß fassen, und das ist nur möglich, wenn wir eine Wirtschaftsform wählen, die auch außerhalb der Küstenzone anwendbar ist. 5. Eine besondere Erwähnung verdient der südliche Teil Palästinas (der Berscheba-Distrikt oder Negew). In diesem Gebiete, das fast ein Drittel der gesamten Fläche Palästinas einnimmt, hat die jüdische Kolonisation bisher noch gar nicht Fuß gefaßt. Dieses Gebiet eignet sich infolge seiner geringeren Regenmenge nur für Dryfarming und vielleicht für gewisse Baumpflanzen. Es fehlen noch Erfahrungen darüber, welche Form die Landwirtschaft in diesem Gebiete annehmen muß. Da andererseits ein Gebiet von diesem großen Umfange nicht gänzlich außerhalb unseres* Arbeitsbereiches bleiben kann, halte ich es für notwendig, versuchsweise auch hier mit einer Kolonisation kleinen Umfanges zu beginnen. 6. Es empfiehlt sich, mit dem Ankauf der oben erwähnten 200.000 Dunam in der Küstenzone und der 500.000 Dunam in anderen Gebieten Palästinas so schnell als möglich zu beginnen, da infolge des allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Fortschrittes in Palästina die Erwerbung dieser Böden um so teurer und schwieriger wird, je weiter die Zeit fortschreitet. Ferner sollten in dem oben erwähnten Berscheba-Distrikt, wo Boden noch billig zu haben ist, wenigstens 50.000 bis 100.000 Dunam für einen ersten Kolonisationsversuch in dieser Gegend erworben werden. 7. Der Besitz von landwirtschaftlicher Erfahrung ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Kolonisation. Siedler ohne Erfahrung laufen Gefahr, im Beginn schwere Fehler zu machen und die Wirtschaft so zu

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