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Palästina · 1928-08-01 · Heft 8-10 (August 1928) · p. Seite 344

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 8-10 (August 1928)
Article
Aufbauarbeit in Palästina in den nächsten zehn Jahren
Date
1928-08-01
Page
Seite 344 (sequence 4)
Language
German
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344 je 35%, in Frankreich und der Tschechoslowakei je 40%, in Ungarn 60% und in Finnland 70% in der Landwirtschaft tätig. Wenn wir Länder zum Muster nehmen, die wie Dänemark oder die Schweiz durch den Mangel an Eisen und Kohle Palästina ähnlich sind und sich andererseits durch ein besonders gesundes Wirtschaftsleben auszeichnen, so finden wir Prozentsätze von 26% und 25%. Dieser Prozentsatz, also im Durchschnitt 30% aller Juden, müßte hiernach in Palästina sich mit der Landwirtschaft beschäftigen. Heute haben wir kaum 15%, und dieses Fundament ist für unsere Wirtschaftspyramide zu schwach: Wenn wir durch den Vergleich mit Dänemark und der Schweiz auch für die Industrie einen Anhalt finden wollen, so finden wir in Dänemark 28% und in der Schweiz 44% der Bevölkerung in Industrie und Handwerk tätig. Ich glaube, daß es richtig wäre, wenn sich in Palästina im Laufe der nächsten zehn Jahre 30% aller Juden mit Industrie und Handwerk beschäftigen würden. Wenn hiernach insgesamt 60%; in Landwirtschaft, Industrie und Handwerk erwerbstätig sind, so werden sich die übrigen 40%; vom Handel, von der Touristik, von den liberalen Berufen (Lehrer, Aerzte, Sanitätspersonal und als Beamte) ernähren können, IL Landwirtschaft* 1. Der rentabelste Zweig der Landwirtschaft in Palästina ist nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte der Orangenbau, D'er Orangenbau ist jedoch nur in der Küstenzone von Gaza im Süden bis etwa nach Sichron Jaakob im Norden möglich. In dieser Zone sind bisher bereits etwas mehr als 20,000 Dunam von Juden (außerdem etwa 50.000 Dunam von Arabern) mit Orangen bepflanzt. Schätzungsweise sind noch weitere 30.000 Dunam von den bereits in jüdischen Händen befindlichen Böden für die Anpflanzung mit Orangen geeignet. Nach Mitteilungen, die ich Herrn Hankin, dem besten Sachverständigen auf diesem Gebiete, verdanke, könnten im Laufe der nächsten 10 Jahre in dieser Zone noch weitere 200.000 Dunam erworben werden, von denen die Hälfte, d. h, 100.000 Dunam, für die Bepflanzung mit Orangen geeignet ist. Es würden hiernach insgesamt 130.000 Dunam zur Neubepflanzung mit Orangen zur Verfügung stehen. 2. Neben dem Orangenbau hat in Palästina noch die Anpflanzung von Trauben, von Mandeln und im Jordantal auch die Anpflanzung von Bananen ziemlich günstige Aussichten. Aber die Absatzbedingungen für diese Produkte sind noch nicht so geklärt, daß sie als Grundlage für eine Kolonisation größeren Umfangs in Betracht kommen. Dasselbe gilt für den Anbau von Gemüse für Export. Alle diese Produkte sind in den bestehenden Siedlungen schon angebaut und die Anbaufläche wird langsam vergrößert. Soviel sich übersehen läßt, wird die Entwicklung des A.bsatzes in den nächsten 10 Jahren nicht so groß sein, daß sie — über die Vergrößerung der Produktion in den bestehenden Kolonien hinaus — noch die Grundlage für eine neue Kolonisation bilden könnten. 3. Derjenige Zweig, der die Grundlage der zionistischen Kolonisation seit dem Kriege bildete, nämlich die Milchwirtschaft, war bisher nicht auf den Export angewiesen, sondern konnte sich mit dem Inlandsmarkt begnügen. Der Inlandsbedarf ist sogar trotz der ständig gewachsenen Milchproduktiön auch heute noch nicht völlig gedeckt, was daraus hervorgeht, daß die Milchpreise in Palästina doppelt und dreifach so hoch

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