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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 272

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Frage der Kwuzoth und der Selbstarbeit
Date
1928-05-01
Page
Seite 272 (sequence 4)
Language
German
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272 eine Organ auf Kosten eines zweiten entwickeln, nicht zum Wohle der fCwuzah in ihrer Gesamtheit. Dies stimmt aber mit der objektiven Wirklichkeit nicht überein. Die Dinge sind gar nicht so kraß und nicht auf diese Weise wird die -Arbeit für ein Jahr geregelt Der Arbeitsplan wird vielmehr vor allem auf Grund der Ergebnisse des vergangenen Jahres festgesetzt. Auf Grund derselben wird ein Schema der Ausgäben, die fürs kommende Jahr erwartet werden, aufgestellt. Zwecks Revision der Einnahmen, die erwartet werden, wird' jeder Zweig nach einer speziellen Bilanz geprüft — nach Ein- und Ausgängen; ein Zweig, der rentabel war,-wird allseitig geprüft und genau untersucht, inwieweit hier die Eingänge vergrößert werden können. Bei einer Abteilung, die ein Defizit verursachte, werden die Gründe hiefür geprüft. Und wenn nach der Prüfung klar wird, daß der eine oder der andere Zweig durch einige Jahre nichts erbracht hat, wird er aus dem Betrieh für immer ausgeschaltet. So wurden die Zweige der Bienenzucht, der Hülsenfrüchte (als Sommerfrucht) und der Kürbisse (als Futter für Milchkühe) aus einigen Betrieben ausgeschaltet, nachdem klar geworden war, daß sie keinen Reinertrag bringen. Andrerseits wurde der Zweig der Gemüse entwickelt und erreichte eine Einnahme von ursprünglich 100 und schließlich 1500 Pfund jährlich. Und manchmal passierte es, daß nach genauer Prüfung von Einnahmen und Ausgaben festgestellt wurde, daß die letzteren die ersteren nicht decken werden, dann sucht man auswärtige Einnahmsquellen, wie z. B. durch Arbeit bei anderen, oder durch Bearbeitung gepachteten Bodens (was die Wirtschaften von Emek Israel, die auf dem Boden des Keren Kajemeth liegen, in der Umgebung von Nahalal, und die Wirtschaften des Jordantales auf dem Boden von Umjuni, Del-Hamia und Zemach getan hatten). Ich glaube, daß die hier mitgeteilten Tatsachen ein ganz anderes Bild geben, als das von Agr. Hirsch entworfene, und wenn ich noch hinzufüge, daß die Kwuzah ein abgerundeter, ganzer Lebenskörper ist, bei dem jedes Organ für dlas Ganze sorgt und an der Existenz der Kwuzah als eines ganzen Organismus interessiert ist, daß also nicht der Zweig, in dem jemand arbeitet, für ihn die Hauptsache ist, so wird man verstehen, wie unrichtig der Verfasser die Lage geschildert hat. Die Verbesserung der Kwuzah kann nicht in der Frage der Leitung gefunden werden. Der Verfasser hätte, obzwar dies schon banal klingt, vielmehr betonen müssen: 1. Die Schwierigkeiten beim Uebergange von einem europäischen Klima zu einem subtropischen in Asien, sowie 2. von geistiger zu schwerer Arbeit. 3. Die nichterforschten Bodenbedingungen (wieviel verwendet nicht jede Kwuzah für Experimente und landwirtschaftliche Untersuchungen!). 4. Die schweren sanitären Bedingungen und die arge Malaria (denn welche Landwirtschaft gibt so viel Geld aus für medizinische Hilfe wie unsere?). 5. Die hohen Investitionskosten (Prof. Mead spricht von 1200, 1500, ja von 2000 Pfund für jede Wirtschaftseinheit, während die Kwuzoth bloß zirka 700 Pfund erhalten haben). 6. Während welchen Zeitraumes die Investitionssummen ausgefolgt werden (Prof, Mead spricht von zwei, höchstens von drei Jahren und in barem. Demgegenüber gibt es in Palästina Kwuzoth und Moschawim, die schon mehr als sieben oder acht Jahre bestehen und noch nicht einmal diese 700 Pfund erhalten haben. Und was sie erhalten haben, war vielfach nicht in barem). Und hätte er noch die Last der landwirtschaftlichen Steuern erwähnt und den Umstand, daß die Regierung an unserer Ansiedlung sich nicht besonders interessiert gezeigt hat, so wäre es gar nicht zur Konklusion gekommen, daß die Defizite in den Kwuzoth nur deswegen entstanden sind, weil sie keinen speziellen Leiter hatten, Nebenbei gesagt, haben trotz all dieser großen Schwierigkeiten viele Kwuzoth (Dagania 1 und 2, Gewa, Jinjar, Gan Schmuel und andere) das Bilanzjahr 1927 ohne Defizit abgeschlossen und es besteht absolute Sicherheit, daß in kurzer Zeit auch alle anderen Kwuzoth vollständig selbsterhaltend werden. Und ebenso wie bei der Frage der Administration in der Kwuzah hat der Verfasser in bezug auf das Problem der Selbstarbeit den sozialen Gehalt und die psychologischen Momente nicht berücksichtigt und auch nicht von der Vergangenheit im Lande gelernt. Er gelangt infolgedessen auch diesbezüglich zu einem Fehlurteil,

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