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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 271

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Frage der Kwuzoth und der Selbstarbeit
Date
1928-05-01
Page
Seite 271 (sequence 3)
Language
German
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271 duktivität, sie drängen die geistigen Fähigkeiten in die Richtung des Schöpferischen, sie bewirken eine Lebendigkeit, welche alle die Fehler guitmacht, die dem Kritiker erscheinen, selbst wenn er, wie Agr. Hirsch, in der Chaluzarmee gearbeitet hat. Und das ist es, was Dr. Ruppin verstand, Prof. Oppenheimer jedoch nicht verstand und auch heute nicht versteht. Wie leicht wäre es seinerzeit Dr. Ruppin als Leiter des Palästinaamtes gewesen, an die Spitze der Kwuzah einen Administrator zu setzen. Ihre Mitglieder arbeiteten beim Palästinaamt damals als fixe Arbeiter für 50 Frcs. Monatslohn. Die meisten waren zwar schon einige Jahre im Lande, aber ihre Erfahrung in der Arbeit und vor allem unter eigener Verantwortung und ohne Leiter waren noch sehr gering, es gab kein Beispiel eines Betriebes, nach dem man die Arbeit hätte machen können, kein klares Programm, keine große Erfahrung und Anpassung. Und trotzdem wurde ihnen die Arbeit auf eigene Verantwortung unter eigener Leitung übergeben, weil Dr. Ruppin die Begeisterung der Genossen hoch einschätzte, ihren Glauben an die eigene Kraft und an die Kraft der Idee, die siegen muß. Diesen Glauben und diese Begeisterung wußte Dr. Ruppin zu entwickeln, und das nützte trotz des Mangels an Kenntnissen, wie eines klaren Programmes, und brachte die Kwuzah bis zum heutigen Stand. Demgegenüber hat Prof. Oppenheimer sein Genossenschaftssystem in Merchawja seinerzeit auf rein wissenschaftlichen Grundlagen aufgebaut, 'hat erprobte Arbeiter ausgewählt, die eine landwirtschaftliche Schule absolviert hatten, und gab ihnen als Leiter für Theorie und Praxis den Agronom Dyck und* doch: was ist damals aus der Genossenschaft in Merchawja geworden? Ist es nicht sonderbar: Einerseits ein klares, soziales Programm, ein landwirtschaftlich sachverständiger Leiter, Arbeiter, die eine landwirtschaftliche Schule absolviert hatten und bei der Kwuzah andrerseits kein wirtschaftliches Programm, kein fachmännischer Leiter, keine erprobten Arbeiter; dennoch ist die Oppenheimer'sche Genossenschaft verschwunden, indes die Kwuzah lebt und viele Nachfolgerinnen gefunden hat. Nicht die Unterschiede im Arbeitslohn (worauf Oppenheimer Nachdruck legt) waren es, welche sie zugrunde gerichtet haben (vielleicht auch das), sondern hauptsächlich — und das ist psychologisch wichtig — der Umstand, daß das ganze Werk nicht den Arbeitern auf eigene Verantwortung übergeben wurde. Was nicht das Licht der Wissenschaft und die praktische Erfahrung in Oppenheimers Genossenschaft bewirkt haben, haben die eigene Verantwortung und die Hingabe der Kwuzahgenossen an das Werk, die ureigenste Schöpfung der Arbeitenden, getan. Das müßte jeder verstehen, der die Kwuzah kritisieren und Vorschläge machen will, wie sie zu verbessern wäre. Aber Prof. Oppenheimer und Dyck wollten nicht einsehen, daß man an ein Werk wie das unsrige nicht immer den Maßstab der Wissenschaft anlegen und es mit auswärtigen Beispielen vergleichen kann. Und wenn unser Verfasser dieses alte Lied wieder aufnimmt, so ist schuld daran ein Mangel an Orientierung und an Kenntnis des Menschenmaterials, aus dem sich die Kwuzah aufbaut, wie der Art, nach der sie sich entwickelt und wächst, die es so weit gebracht hat, daß ein großer Teil der Kwuzoth im laufenden Jahr ihre Bilanzen ohne Defizit abgeschlossen haben. Denn wie kann man die Kwuzah einer Fabrik vergleichen, die einem X oder Y gehört und in der die Arbeiter gegen Tages- oder Monatslohn arbeiten, und behaupten, daß ebenso wie es unmöglich ist, daß eine solche Fabrik ohne Leiter bestehe, es auch bei der Kwuzah nicht ginge. Ist denn ein solcher Versuch möglich? Und warum geschah er nicht in bezug auf Migdal, Poria, Rama und Ruchama, Farmen, die Leiter besaßen, unabhängig von den Genossen, und trotzdem zugrunde gegangen sind und viel größere Verluste verursacht haben, als alle Kwuzoth bis heute? Der Verfasser hat auch nicht genau die Art geschildert, in der die Arbeit in der Kwuzah organisiert ist. Er hat eine gewisse Art von Automatismus in das oberste Organ der Kwuzah hineingetragen uind es in verschiedene autonome Organe aufgelöst. Jedes Organ beharrt auf seiner Kompetenz, und wenn das eine Organ die Kraft der Suggestion auf die übrigen Genossen auszuüben in der Lage ist, dann kann sich das

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