Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die natürliche Bevölkerungsbewegung Palästinas
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 267 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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267 Die Judenschaft Palästinas hat einen weit größeren Prozentsatz zeugungsfähiger Altersgruppen aufzuweisen, als die Juden der Auswanderungsländer, weil die Juden Palästinas beinahe zur Hälfte aus jüngeren Elementen 'bestehen, die erst in den letzten fünf Jahren nach Palästina eingewandert sind; daher die größere Gebürtigkeit Palästinas als der Galuthländer. Ist aber unter den jüdischen Einwanderern nach Palästina das zeugungsfähige Alter stärker vertreten, so ist andererseits nicht zu leugnen, daß unter ihnen der Prozentsatz der Unverheirateten sehr groß und schließlich die Zahl der Männer viel größer ist, als die der Frauen. Bei der im Jahre 1922 von der Regierung vorgenommenen Volkszählung wurden auf 1000 Männer festgestellt Frauen bei Juden Mohammedanern Christen 910 _ 962 1081 Nur Jerusalem hatte auf 1000 Männer 1032 Frauen, dagegen war in. den Bezirken Jaffa und Haifa die Zahl der Männer viel größer als die der Frauen; nun sind diese Bezirke jene Teile Palästinas, die am stärksten von den jüdischen Einwanderern aufgesucht werden. Bei einer gesünderen proportioneilen Zusammensetzung der jüdischen Einwanderer nach Erez Israel in bezug auf das Geschlecht ist daher eine Steigerung der Geburtenzahl zu erwarten. Auch die Sterblichkeit, sowohl bei den Juden, als auch bei den Nichtjuden ist, in absoluten Zahlen ausgedrückt, in den hier behandelten Jahren immer geringer geworden, bei den Juden aber bedeutend kleiner als bei den Nichtjuden. Die Gegenüberstellung der Geburten und Todesfälle ergibt einen ziemlich regelmäßig ansteigenden natürlichen Zuwachs, sowohl bei den Juden als auch bei den Nichtjuden. Diese Verhältnisse kommen deutlicher in der Tabelle II zum Ausdruck. Tabelle IL Auf 1000 Einwohner kamen in Palästina (siehe auch Nr. 1/2, S. 75) Geburten Todesfälle Zuwachs im Jahre Juden Nichtjuden Juden Nichtjuden Juden Nichtjuden 1923 37.1 49.0 14.8 29.3 22.3 21.7 1924 38.5 53.3 12.7 28.0 25.8 25.3 1925 33.2 52.6 15.1 29.7 18.1 22.9 1926 36.0 57.7 12.1 27.4 23.1 30.3 Diese Zusammenstellung lehrt uns, daß die Zahl der Geburten bei den Nichtjuden ungefähr um 25% größer ist, als die der Juden, mit Ausnahme des Jahres 1925. Daß dieses Jahr eine Ausnahme bildet, ist vor allem auch damit zu erklären, daß im Jahre 1925, wie bereits erwähnt, ein Zuwachs der jüdischen Bevölkerung durch Zuwanderung von zirka 30.000 Seelen erfolgt ist, so daß die Umrechnung der Geburten auf 1000 Einwohner selbstverständlich sich niedriger darstellt, als die Steigerung in Wirklichkeit war. Auch die Zahl der Todesfälle wird sowohl bei den Juden, als auch bei den Nichtjuden immer kleiner, Sie ist aber bei den Juden kaum halb so groß, als bei den Nichtjuden: sie hat bei den Juden jenen Quotienten erreicht, der heute ungefähr etwa dem Englands, Deutschland« und Schwedens entspricht, ist also bedeutend niedriger, als die Todesziffer in Oesterreich, in Belgien oder in Frankreich. Auf 1000 Einwohner umgerechnet ist dann auch der natürliche Zuwachs von Jahr zu Jahr ein immer größerer, lediglich im Jahre 1925, in Promille ausgedrückt, kleiner, weil eben in diesem Jahre der Bevölkerungszuwachs durch Zuwanderung ein plötzliches Emporschnellen erfahren hat, Prof. Hersch meint nun, daß „bei den Palästinenser Juden bereits beinahe die äußerste Grenze der Sterblichkeit erreicht ist und daß ein weiteres Fallen der jüdischen Sterblichkeit Palästinas nur sehr langsam und sehr wenig erfolgen wird, daß damit aber auch gesagt ist, daß wir hart vor dem weiteren regelmäßigen Fallen des relativen natürlichen Zuwachses der palästinensischen jüdischen Bevölkerung stehen." Es ist