Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Fischerei und andere maritime Erwerbszweige in Palästina
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 260 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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260 spärlich ist, kann solches Futter von großem Werte sein. Das Futter für Kühe kann bis zu 20—50% aus Meerespflanzen bestehen, ohne die Milchergiebigkeit zu vermindern. Man neigt im Gegenteil bei den norwegischen und dänischen Bauern zu der Ansicht, daß Meerespflanzennahrung sehr erwünscht ist, da diese für die Gesundheit der Kühe sehr zuträglich ist. Bestimmtes Meeresunkraut, das für Futterzwecke geeignet ist, kommt in Palästina in Massen vor. Man findet es zwischen den zwei Felszügen, die sich entlang der ganzen Küste erstrecken, in der Breite von zwei bis drei Meter. Es wird noch nicht verwendet und die Ausbeute würde ähnliche Auslagen wie jene von Treibholz erfordern. Bimsstein ist eine leichte poröse Steinmasse, die aus der Tätigkeit submariner Vulkane stammt. Die Hauptplätze seiner Entstehung befinden sich in dem tiefen Meere von Sizilien, aber es ist möglich, daß es solche Vulkane auch näher von Palästina gibt. Die Tätigkeit derselben ist gewöhnlich nicht im gleichen Maße von Zerstörungen begleitet, wie die der irdischen. Die Tätigkeit wird meist durch von Windstößen unabhängigen plötzlichen Seegang angezeigt und wenn dies nahe einer Küste vor sich geht, können diese submarinen Vulkane auch Erdbeben verursachen. Ein Erdbeben solcher Natur hat Tel-Aviv im vorigen Jahr erfahren und man hat danach beobachtet, daß die von den Wellen ausgeworfenen Bimssteinmassen größer als gewöhnlich waren. Aufstapelung großer Mengen von Bimsstein erfolgen nur selten und in großen Abständen; hingegen werden kleine Massen, die aber für den Handel nicht von Bedeutung sind, regelmäßig ausgeworfen. Bimsstein wird von Zimmermalern zum Polieren und Glätten der Oberflächen verwendet und ist für diese Zwecke dem Sandpapier überlegen. Die größte Verwendung findet er in Verbindung mit Zement zur Fabrikation einer bestimmten Art von leichten Ziegeln, wozu er durch seine Leichtigkeit sehr geeignet ist. Er wird aber auch bei Konstruktion von Gewölben etc\ verwendet. Per Kubikmeter werden 60 bis 110 Piaster in Tel-Aviv bezahlt. Der Preis hängt von der Größe der Blöcke ab. Die Lager entlang der Küste sind zahlreicher als man gewöhnlich annimmt. In Tel-Aviv und Haifa wird Bimsstein von Athlit und manchmal vom Nahr-Rubiin verwendet, auch bei Tantura, südlich gegen Caesarea, in der Nähe des Nahr-Falik und des Nahr-Sukrer, auch in der Nähe von Minet-Kul usw., überall, wo die Küste in einem Winkel von 45% in der Richtung von der Westflut liegt. Die Bimssteinlager sind meist mit einer dünnen Schichte Sand bedeckt, so daß der Stein erst ausgegraben und gesiebt werden muß1. Die Ausbeute des Bimssteins könnte ein eigiebiges Unternehmen werden. Kies. Beton wird schon vielfach beim Bau in Palästina verarbeitet und seine Verwendung steigt von Jahr zu Jahr. Für Mischung mit Zement ist Kies (im arabischen sif—sif) unerläßlich. Wo gewöhnlicher Kies nicht erhältlich ist, werden verschiedene zerkleinerte Steinarten dazu verwendet. Der beste Sif-Sif ist grob und ohne jede Beimengung von Sand. Der Bedarf an Sif-Sif stieg im letzten Jahr auf 15.000 Kubikmeter per Jahr. Die Sif-Siflager an der Küstenlinie, wo die Bautätigkeit sich rasch entwickelt, werden schnell aufgebraucht. Das Vorkommen von Kies hängt von der Krümmung der Küstenlinie ab, da er gewöhnlich dort abgelagert wird, wo sich ein Winkel zwischen der Küste und der Resultante der Westwinde und der alexandrinischen Strömung bildet. Im allgemeinen findet sich Sif-Sif im Norden in stärkeren Schichten, deren Dicke gegen Süden abnimmt. In der Nähe von Jaffa sind die Sif-Siflager unbedeutend. Sie sind reicher nahe vom Jarkon und erreichen ihre Maximalstärke bei Apolonia. Der Preis hängt von den Transportkosten vom Fundort zum Bestimmungsort ab. Die Bänke nahe von Tel-Aviv sind bereits erschöpft und es findet sich dort mehr Sand als Kies. Die Bautätigkeit in Tel-Aviv verursachte eine stürmische Nachfrage. Der Kies wurde durch Kamele transportiert und viele Bewohner von Tel-Aviv verdienten ihren Unterhalt als Kameltreiber. Als die Lager aber immer mehr erschöpft waren, wuchs die Transportstrecke beträchtlich und diese Art des Transportes wurde zu kostspielig. In Zukunft