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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Fischerei und andere maritime Erwerbszweige in Palästina
Date
1928-05-01
Page
Seite 259 (sequence 9)
Language
German
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259 verdrängen, das von Malern für Aquarelle verwendet wird. Die Hauptmärkte dafür sind Berlin und London. Der Durchschnittspreis' ist 22 sTiiliing per Kilogramm. Die Molluske wird nicht eigens gesucht, sondern fängt sich gelegentlich des Fischfanges in den Netzen. Der Preis einer einzelnen Molluske ist 3 bis 5 Piaster. Das Fleisch ist außerordentlich fett und wohlschmeckend und wird von wohlhabenden Arabern als seltener Leckerbissen angesehen. Die Molluske ist außerordentlich gefräßig und wird oft mit einem Fisch gefangen, den sie angegriffen hat. Wenn die Molluske sich während ihrer Jagd auf Sardinen unsichtbar machen will, wird das Sepiasekret ausgestoßen. Dies geschieht aber auch, wenn sie größeren Fischen entkommen will. In den Sekretdrüsen sind zirka 20 bis 25 Gramm Sepia enthalten. Die Molluske kommt in ungeheuren Mengen vor und wird in seichtem Wasser längs der Küste Palästinas gefunden. Schildkröten. Seeschildkröten (eine Abart von Bissae) werden in der Nähe der Haifa-Bay und weiter südlich bis gegen Jaffa und En-Nahr gefunden. Sie unterscheiden sich von der eigentlichen Bissaeart durch ihre rundere Schale,* die eine besondere Farbe besitzt. Die gewöhnliche Bissae ist grünlich, während die palästinensische Schildkröte blaugrau ist. Ein ausgewachsenes Tier ist 70 bis 200 cm vom Kopf bis zur Schwanzspitze lang und wiegt 150 bis 350 kg. Die Schildkröten werden gewöhnlich außerhalb der Seichtwasserlinie in 50 bis 100 m Tiefe gefunden. Während des Frühjahrs und Sommers erscheinen sie in großer Zahl an den Küsten. Sie nähren sich von Meerespflanzen, Fischen und Mollusken. Manchmal greifen sie die in den Netzen gefangenen Fische an. Eine bemerkenswerte Eigenschaft ist ihre Kühnheit und Lebenszähigkeit. Eine auf den Rücken gelegte Schildkröte, die 10 bis 12 Tageohne Futter gelassen wird, bleibt am Leben und verliert nicht einmal an Gewicht. In Scheiben geschnitten und etwas gesalzen hält sich Schildkrötenfleisch 5 bis 6 Tage auch während der heißesten Zeit. Die Schildkröten werden sowohl wegen ihrer Hornschale sowie ihres Fleisches weigen sehr geschätzt. Die Hornsubstanz ist in ihrer Beschaffenheit dem Zelluloid sehr ähnlich. Erhitzt und gepreßt wird sie schnell in eine feste Masse umgewandelt, die bei Abkühlung an der Luft rasch erhärtet. Das so gewonnene Material wird hauptsächlich in der Kammindustrie, für Etuis und Schirmgriffe verwendet. Schildpatt wird je nach seinen Teilen zu verschiedenen Preisen verkauft. Die Hornschale wird so verkauft, wie sie am Tier gefunden wird. Der Preis hängt von der Größe und der Regelmäßigkeit der Zeichnung ab. Eine große Schale von normaler Zeichnung erreicht 75 bis 112 Shilling per kg, eine kleine Schale 25 bis 130, die minderen 62 bis 120, andere Teile 25 bis 62 Shilling per kg. Von einer ausgewachsenen, durchschnittlich großen Schildkröte wiegt das Horn der oberen Schale VA bis 2, das der unteren Schale, vom Kopf und den Gliedmaßen 1 kg. Das Fleisch hat keinen Marktwert in Palästina, aber es kann leicht nach Aegypten und Syrien abgesetzt werden. Für eine ausgewachsene Schildkröte von durchschnittlich 50 bis 75 kg genießbaren Fleisches werden auf dem ägyptischen Markt 10 bis 12 Piaster per Kilogramm bezahlt. Durchschnittlich erhält man für eine Schildkröte auf dem Auslandsmarkt 18 Pfund, in Palästina 10 bis 12 Pfund. 200 bis 300 Stück werden jährlich von Haifa exportiert, doch muß beachtet werden, daß keine Schildkrötenfang-Industrie besteht! Der Fang geschieht nur gelegentlich des Fischfanges. Die arabischen Fischer, die von dem Markt von Haifa sehr weit entfernt sind, verwenden nur das Fleisch zur Nahrung und überlassen alles übrige den Schakalen. Eine rationell organisierte Schildkrötenindustrie müßte sich hauptsächlich auf den Export des Horns und weniger auf den Verkauf vom Fleisch verlegen. Diese Industrie hat gute Aussichten. Meeres-Futterpflanzen. Diese Industrie ist stark entwickelt in Norwegen, Jütland, Finnland, Labrador und auch in Japan, wo bedeutende Futtermengen für das Vieh aus den Meerespflanzen gewonnen werden. In Palästina, wo das Viehfutter

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