Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Fischerei und andere maritime Erwerbszweige in Palästina
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 261 (sequence 11)
- Language
- German
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261 muß sie dem mechanischen Transport weichen. Der Preis stieg von 30 auf 35, 40, 50 und sogar auf 55 Piaster per Kubikmeter. Die beste Transportart für den Kies wäre der per See und dann Motorkarren. Um ein geeignetes Unternehmen zu organisieren, wäre eine bestimmte Summe in Reserve nötig, da Baumaterialien in Palästina gewöhnlich auf Kredit gekauft werden. Besonders geeignet wäre der Standort von Apolonia.. Die neuen Zölle. Von Ernst Davis. Der Zolltarif, den Palästina Anfang November vorigen Jahres bekommen hat, ist kein in sich ausgeglichenes Werk mit einer einheitlichen Zielsetzung. Er trägt Spuren des Kompromisses deutlich an sich, aber er ist als Ganzes genommen ein wichtiger Fortschritt auf dem Wege zu einem neuen, nach den Bedürfnissen der jüdischen Repatriierungsarbeit gestalteten Zollregime. Die beiden Forderungen, die wir — als Voraussetzung einer Massenkolonisation — an die Tarifpolitik Palästinas stellen müssen, lauten grundsätzlich: A) Freie Einfuhr für Rohmaterialien. B) Zollschutz für gefährdete Fertigfabrikate. Beiden Prinzipien machen die neuen Zölle Zugeständnisse. Aber bevor wir das im einzelnen analysieren, ist es nötig, die zweite dieser Forderungen selbst zu erklären, denn sie widerspricht dem heute ziemlich allgemein als wünschenswert bezeichneten und gerade von Juden verteidigten Freihandel, und sie wird auch . von weiten, dem zionistischen Zentrum und der Linken nahestehenden Kreisen nicht verstanden, von vielen skeptisch angesehen, von manchen bekämpft. Die Segnungen des Freihandels —Niedergang der Preise, beste Versorgung des Konsumenten und rationellste Ausnutzung der verfügbaren Kapitalien — beruhen auf den Prinzipien der freien, individualistischen Wirtschaft überhaupt. Der Freihandel ist nichts anderes «als der den Warenhandel zwischen verschiedenen Ländern umfassende Teil der freien Wirtschaft. Er verliert seinen Sinn, wird zur leeren Form mit anderem Inhalt — daher zu einem Trugbild — ähnlich etwa wie eine Demokratie, die auf dem Wege des demokratischen allgemeinen Stimmrechts durch das ebenfalls demokratische Mittel einer Volksabstimmung die absolute Monarchie einführt — wenn er zum .Umsturz der freien Wirtschaft, zur künstlichen Beschränkung des freien iSpiels der Kräfte dient. Das aber ist möglich. Nämlich dort, wo ein bisher wirtschaftlich — im Vergleich mit der europäischen Durchschnittswirtschaft —. unentwickeltes, kapitalistisches, als Absatzmarkt kleines Land, seine Produktivkräfte zu entwickeln beginnt. Dann kann jede neue Fabrik, die es mit seinen eigenen schwachen Kapitalskräften errichtet, selbst wenn sie der ausländischen gleichwertige Ware zu denselben oder billigeren Preisen liefert, von der ausländischen Firma, die bisher den Markt beherrschte, durch Dumping zugrundegerichtet werden und jenes ausländische Unternehmen kann sich nachher, durch neue Erhöhung der Preise schadlos halten. Die Rechnung ist einfach.: Das kleine Land kann für ein oder einige mittlere oder kleine Fabriken als Absatzmarkt genügen, für ein europäisches Großunternehmen spielt es ■in seinem Gesamtumsatz trotzdem keine Rolle. Dieses kann daher ohne großes Risiko lange Zeit hindurch Verlustverkäufe vornehmen, um eine aufkommende inländische Konkurrenz zugrunde zu richten. Auf einem durchschnittlichen europäischen Markte ist das nicht so leicht, denn die Umsätze die dort erzielt werden, haben schon eine andere Bedeutung, und daran zu verlieren ist daher keine Kleinigkeit. Außerdem steht dem europäischen Durchschnittsland als Rückhalt gegen eine Dumpingoffensive der internationale Kapitalmarkt offen. Für Palästina aber gilt das nicht. Palästina ist 17