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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 258

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Fischerei und andere maritime Erwerbszweige in Palästina
Date
1928-05-01
Page
Seite 258 (sequence 8)
Language
German
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258 eignet gemacht werden. Die Ausbeutung der Schlammlager könnte für die betreffenden Unternehmer großen Gewinn abwerfen. Felsstein. Die Gewinnung von Felsstein für Straßenbau hat bereits eine ziemliche Ausdehnung in Palästina genommen. Trotz seiner Nachteile (der verhältnismäßig großen Brüchigkeit und ungenügenden Dicke der Schichten) hat Felsstein beachtenswerte Aussichten für die Zukunft. Dies trifft besonders für die südlichen Gegenden zu (von Jaffa bis zur Südgrenze), wo die Küstenlinie vom Hügelland entfernt ist und es daher keine Zufuhr von örtlichem Sandstein gibt. Der Transport von Baumaterial nach diesen südlichen Gegenden ist sehr kostspielig, da es an guten Straßen fehlt. Auf der anderen Seite ist im Felsstein ein Material verfügbar, das, wenn auch nicht von besonderer Qualität, sich für Bauzwecke eignet. Zwei Streifen von Felsen ziehen der ganzen palästinensischen Küste entlang. Ihr gesamter Kubikinhalt dürfte schätzungsweise 208 Millionen Kubikmeter betragen, was mehr als genug ist für Straßenherstellung und intensive Bautätigkeit entlang der ganzen Küstenebene. Riffgestein ist organischen Ursprungs und besteht aus den zerquetschten Ueberresten von Seeweichtieren. Die Zerstörung dieser Felsen mag <an manchen Stellen einige Gefahr für die Zukunft bedeuten, da dadurch die Küste gänzlich der vollen Tätigkeit des Meeres ausgesetzt werden würde. Es wurden bereits überall Felsen gesprengt und das Ergebnis davon wird sich in wenigen Jahren zeigen. Es werden ganz primitive Methoden angewendet. Verschiedene einzelne Arbeitsgruppen wählen willkürlich die Stellen und dort werden die Felsen gesprengt. Wenn die oberste Schicht erschöpft ist, gehen sie zu einem neuen Platz über. Der Preis des Felssteins hängt hauptsächlich von den Transportkosten, je nach der Entfernung, ab und schwankt zwischen 35 bis 40 Piaster per Kubikmeter. Es ist natürlich keine rationelle Methode, die obersten Schichten zu brechen. Es wäre richtiger, die Sprengladung in die tieferen Schichten zu legen, oder noch tiefer, unter die Ablagerungen im Meere. Dieselbe Ladung, die, bei den oberen Schichten verwendet, 1 Kubikmeter ergibt, würde, wenn sie tiefer eingeführt werden würde, 2 Kubikmeter, die unter dem Meer sogar 2Yi Kubikmeter Steine ergeben. Die Sprengung unter See vermindert die Verluste und ergibt größere Steine, Die Ausbeuten der äußeren Riffe, die tiefer sind, wären ertragreicher als die derjenigen, die im seichteren inneren Umkreis gelegen sind. Schwämme. Mit der Schwammindustrie wurde in Palästina einige Jahre vor dem Krieg begonnen. Sie wurde von einigen Dutzend griechischen Schoner eingeführt, die Schwämme zwischen Ras-al-Nakura und Akko und zwischen Haifa*—Tantum sammelten. Der Ertrag wurde auf 1000 Tonnen roher Schwämme geschätzt, wovon der größte Teil auswärts und nur ein kleiner in Palästina selbst verarbeitet wurde. Die griechischen Schoner arbeiteten in sehr primitiver Weise, indem die Fischer einfach tauchten und die Schwämme mit der Hand losrissen. Der Krieg unterbrach diese Tätigkeit, was für Palästina ein Vorteil ist, da in dieser Zeit die Schwämme an der palästinensischen Küste sich bedeutend vermehren konnten. Der erste Arbeitsvorgang nach dem Sammeln der rohen Schwämme ist das Pressen derselben. Sie werden dann in Eisenkisten, deren innere Wände mit Zink belegt sind, verpackt und für weitere Operationen aufbewahrt. Nachdem das Boot voll beladen ist, werden die Schwämme zu den Ausgangshäfen der Dampfer gebracht, wo sie zuerst mit Muriaten behandelt und dann in einer leichten alkalischen Lösung gewaschen werden. Auf diese Weise werden alle anhaftenden schlammigen Teile weggespült. Die Schwämme werden nachher mit Wasser gewaschen, getrocknet und dann an die Fabriken verkauft. Der Durchschnittspreis für diese halbfertigen Schwämme beträgt 4 Piaster per Kilogramm. Eine Tonne roher Schwämme ergibt 250 bis 300 kg halbfertiger. Die Ausbeute an Schwämmen in Palästina würde sehr lohnend sein. Sepia. Aus den Sekreten einer Molluskenart (Sepia offiicinaliis), die an der palästinensischen .Küste sehr zahlreich vorkommt, wird eine bräunlich-schwarze Farbe gewonnen. Das künstliche Sepia ist wohl billiger, kann aber das natürliche nicht ganz

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