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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Fischerei und andere maritime Erwerbszweige in Palästina
Date
1928-05-01
Page
Seite 254 (sequence 4)
Language
German
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254 2. die oberste Schicht eines Schwarmes befindet sich nicht höher als in der minimalsten Tiefe, in der sich die betreffende Art gewöhnlich aufhält, zum Beispiel bei Sardinen ist dies 5 bis 6 Meter, beim Thunfisch, der hundertmal größer ist, 60 bis 70 Meter. Manchmal geschieht es, daß die Tiefe des Schwarmes geringer ist, als die »minimale« Tiefe. Das ist selhstverständLiah nicht ein „Irrtum" von Seite des Schwarmes, sondern das verursachen oftmals Sturmwinde, Meereswogen, eine Sandbank u, dgl., die die Fische zwingen, ihren Wanderpfad zu ändern. Die Erscheinung der Wanderung der Fische von tiefem zu flachem Wasser ist sehr häufig, — speziell in Palästina — wegen des fortwährenden starken Wirbelzuges vom Grunde nach oben. Dies hat auch die Fischer zu falschen Schlüssen geführt, die glaubten, daß diese oder jene Fische ihren ursprünglichen Aufenthaltsort nahe der Küste haben. Gewisse Fischarten mögen sich in der Nähe der Meeresfelsen oder Sandbänke aufhalten,, manchmal auch nahe des Ufers, aber die Fischerei in flachem, klaren Wasser ist wegen dessen Durchsichtigkeit nicht von großer Ergiebigkeit. Die Küste Palästinas. Die palästinensische Küste ist felsig und reich an Sandbänken. Ihrer ganzen Länge nach ist die Küste von Akko nach Süden entlang von Felsen eingesäumt; diese nähern sich dem Meere zu, je weiter sie sich nach Süden ziehen. (Die Haifa-Bucht ist fast ohne Felsen, aber auch bei Haifa unterbricht eine Reihe von Felsen die Linie Ras-en-Nakurah—Kap Elias. In der Nähe des letzten Ortes nähern sie sich wieder fast bis zum Strand.) Die Breite der Felsenreihe beträgt 50 bis 100 Meter. An manchen Stellen wird die Felsenlinie unterbrochen oder nähert sich der Küste, so daß eine ganze Reihe von kleinen Buchten entsteht, wie zum Beispiel Athlit, Tantura, Cäsarea, Jarkon, Jaffa, Askalon usw. ßie Buchten sind sehr klein, haben aber den großen Vorteil, eine Anziehung für die Seichtwasserfische und anderer während des Fischzuges zu bilden. Nach der Felsenlinie folgt ein Streifen seichten Wassers, 2—6 Meter tief und 30 Meter (Athlit) bis 100—120 Meter (Askalon) breit, dann eine Linie von Felsen, meist unter Wasser und Sandbänken. Diese letzteren Felsen — ein Streifen von 1 bis 2 Meilen Länge und 6 bis 10 Meter Tiefe — sind gegen das Meer zu von Sandbänken begrenzt. Von diesen (8 bis 10 Meter tief) angefangen sinkt der Meeresgrund sukzessive, und eine Tiefe von 100 bis 130 Meter, bei der das Fischen mit Erfolg betrieben werden kann, ist erst in einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometer von der Küste zu finden. In den tiefen Wassern wimmelt es von Fischen, aber der Fang an diesen Stellen bedarf solcher Schiffsausrüstung und technischer Geräte, wie sie die heutigen Fischer Palästinas weder besitzen, noch anschaffen können. Das Fischereifach. Die Zahl der Fischer Palästinas ist schätzungsweise größer als tausend. Jene der arabischen Fischer ist schwer festzustellen. Diejenigen, die Fischfanggeräte und Schiffe besitzen, mieten oft zeitweise arabische Fellachen für die Arbeit und entlassen sie, wenn die Saison vorbei ist. Es sind auch viele Leute vorhanden, die sich nur gelegentlich mit Fischen befassen, speziell an den Ufern der Flüsse. Der Fischfang am Meere wird gewöhnlich durch gemietete Arbeiter ausgeübt, nur im Tiberiassee geschieht er auf eigene Rechnung. Ein Arbeiter zum Beispiel, der etliche Kähne (bis 4 Tonnen) und 100 bis 200 Meter Netze und Garne besitzt, vermietet seine Geräte an Fischergruppen, die ihm eine Miete von 2 bis 3 Shilling pro Tag bezahlen, ohne Rücksicht auf das Quantum des Fanges. Der Verpächter hat kein Interesse daran, die Geräte auszubessern und zu vervollständigen, da er sonst einen höheren Pachtschilling verlangen müßte, den die Pächter nicht zu zahlen vermöchten. Ferner bevorzugen die arabischen Fischer ihre alten Geräte vor fremden und neuen, wenn auch die neuen besser und vollkommener sind, als die alten. Endlich befürchten sie auch den Schaden, den sie haben könnten, wenn ein Boot mit Verdeck, das etwa 250 Pfund kostet, im Sturm verloren gehen würde, anstatt eines Kahns im Werte von nur 30 bis 40 Pfund. Oft wird die Fischerei in der Form der Anteilnehmerschaft auf folgende Art ausgeübt: Die Fische werden unter den Fischern nach ihrer Zahl verteilt.. Jeder Teil

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