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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die natürlichen Bedingungen Palästinas und die Zukunft unserer Kolonisation
Date
1928-05-01
Page
Seite 245 (sequence 5)
Language
German
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245 überall dort entstanden sind, wo sich infolge zu großer Nähe des Grundwassers an der Oberfläche eine immergrüne Vegetation halten kann. Diese Gebiete (meist in der Nähe der Mündung der Küstenflüsse) sind schon wegen der Malariagefahr äußerst ungeeignet, aber auch nach ihrer Sanierung ist die große Grundwassernähe nicht förderlich. Man trifft ferner schwere Böden als Anschwemmungen des nahen Gebirges an, beispielsweise die deutsche Kolonie Wilhelma liegt auf einem solchen Terrain. Aehnliche Böden sind für Bewässerungskulturen ungeeignet, aber infolge ihrer Brauchbarkeit für die Falha von den arabischen Dörfern am Gebirgsrand voll ausgenutzt. V. Aehnliches gilt von den Lößgebieten. Der Lößboden hat im nördlichen Teil der Küstenebene nur eine geringe Verbreitung. Sein Hauptgebiet ist hier das östliche Hinterland von Jaffa, das Gebiet des sogenannten Wadi Shellal, ein im Gegensatz zum übrigen Teil der Küstenebene mit arabischen Dörfern sehr dicht besetztes Gebiet. Der Lößboden eignet sich infolge seiner Tiefgründigkeit hervorragend für den Ackerbau, ist aber auch für den Pflanzungsbau gut zu gebrauchen. Dazu kommt hier die Gunst der klimatischen Verhältnisse. Da die Schwankungsbreite der jährlichen Regenmenge hier geringer ist, als in anderen Teilen des Landes, sind Mißernten weniger in den Bereich der Möglichkeit gerückt. Es sind im wesentlichen die gleichen Böden, die nun nach Süden hin immer häufiger werden und den größten Teil des Südgebietes (Negef) bedecken. Daß nach dorthin die Landwirtschaft einen immer extensiveren Charakter annimmt und sogar meist von einer halbbeduinischen Bevölkerung betrieben wird, liegt an der nach Süden hin mehr und mehr abnehmenden Niederschlagsmenge und damit der Häufigkeit der Mißernten. Betrachten wir nun die zweite Voraussetzung, die Bewässerungsmöglichkeit unseres Gebietes, so stoßen wir hier auf sehr einheitliche, in ihrer Gunst in ganz Palästina einzig dastehende Verhältnisse. Wie der Schreiber dieser Zeilen erstmalig im Zusammenhang*) feststellen konnte, besteht in der ganzen Küstenebene ein einheitlicher Grundwasserspiegel, der sich vom Gebirgsrand bis zur Küste von 50 auf 0 Meter Meereshöhe senkt. Die Wasserschichten besitzen eine Mächtigkeit von rund 80 m in den inneren Teilen der Ebene und sind, abgesehen von einem schmalen Streifen am Gebirgsrand und einiger anderer Punkte, überall ergiebig genug, um noch eine bedeutende Vergrößerung der bis jetzt bewässerten Fläche zu erlauben. Doch sind schon jetzt gewisse Präventivmaßregeln zu ergreifen, um eine Verwilderung und damit einen Raubbau unserer Wasservorräte zu verhindern. Wir haben ferner verschiedene Gebiete, darunter als wichtigstes das am Petach-Tikwah, die in großzügiger Weise aus Flüssen (hier der Jarkon) bewässert werden können. Diese Flüsse verdanken letzten Endes allerdings auch dem gleichen Grundwasser ihre Entstehung. Zweifelsohne ist das jüdische Gebiet mit intensiver Bewässerung, das heute südlich Rechoboth aufhört, noch weiter nach Süden hin ausdehnungsfähig. Treffen wir doch arabische Orangenpflanzungen in gutem Zustand noch in Mejdel (Askalqn) und sogar in Gaza an. Die einzige Sorge (abgesehen von biologisch-schädlingskundigen Fragen, die außerhalb der Kenntnis des Verfassers liegen) ist die chemische Beschaffenheit des Wassers in den betreffenden Gegenden. Die Empfindlichkeit der *) Loewengart, The Groundwater of the Palestinial Coastal Plain, Bulletin of the association of Engmeers and Architects in Palestine, Nr. 3—4, 1927. 16

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