Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die natürlichen Bedingungen Palästinas und die Zukunft unserer Kolonisation
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
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244 Böden zu tun und für die schweren Böden fehlen, wie Wilkansky ja auch im letzten Heft dieser Zeitschrift hervorhebt, heute noch die geeigneten Kulturen« Für den Jördängräben gilt* was die ßöden anbetrifft, das gleiche. Uebirigens sind die Bewässerungsmöglichkeiten in diesem Gebiet längst nicht so einfache, wie man sidh diese im allgemeinen vorstellt, von den Schwierigkeiten klimatischer Natur ganz abgesehen. Das eigentliche Jordantal ist nämlich ein recht schmales, meist nur wenige hundert Meter breites Tal. Der größte Teil der Jordansenke wird von mehreren Terrassen eingenommen, die an der Jordanmündung bis etwa 200 Meter über dem Fluß liegen und erst gegen den Tiberiassee hin niedriger werden. Der Jordan wird daher bis heute an keiner Stelle (Dagania ausgenommen) zur Bewässerung benutzt, vielmehr sind es die seitlichen Tributäre (Nebenflüsse) und Quöllen — Djalud bei Beit Shan, der Jarmuk durch das Ruthenberg-Projekt, die Eliasquelle von Jericho etc;), die zur Bewässerung herangezogen werden oder werden können, Die kleine Küstenebene von Haifä-Akko besitzt günstige Grundwässerverhältnisse, allerdings nicht immer günstige Bödeiibedingüngen. Ihr Wert liegt aber tatsächlich in ihrer geographischen Lage. Nun zu der eigentlichen Küsterißbene: In einem schmalen Streifen entläng dem Kärmelgebifge beginnend, gewinnt sie erst südlich von Benjamina ihre normale Breite von 15—20 Kilometer und erstreckt sich über verschiedene Zonen bis an die ägyptische Grenze, bis in die Sinaiwüste hinein. Innerhalb dieses Gebietes treffen wir. die verschiedensten Bodentypen mit allen Uebergängen aii. In einem solchen bodenkundlich äußerordentlich wechselvollen Gebiet ist es schwer, die natürlichen Verhältnisse in ein bestimmtes Schema zu bringen. Hier sollen nur die wichtigsten Typen herangestellt werden. I. Wanderdünen, in einer Breite von 2.5 km (0 bis 7) längs der Küste, soweit nicht künstlich befestigt praktisch wertlos. IL Verkrustete Dünen, soweit sie noch keine Verwitterungsdecke tragen, praktisch fast wertlos, teilweise für Mandel- und Weinbau zu verwenden. Wo die Verwitterung weiter fortgeschritten ist, schließt häufig die Steilheit der Gehänge eine Anlage von Bewässerungskulturen aus, III. Das Gebiet der Roterden (Chämrä), die in allen Variationen von ganz leicht bis ganz schwer vorkommen, ist namentlich in seinen leichteren Variationen für den Pflanzungsbäu hervorragend geeignet. Die Roterden sind zum großen Teil das Verwitterungsprodukt der verkrusteten Dünensandsteine, die in die Senken zwischen den einzelnen Dünen eingeschwemmt sind, aber auch an Ort und Stelle sind alte Dünen tiefgründig zu Roterde verwittert. Die Trockenlandwirtschaft hat diese Böden zum großen Teil unbenutzt gelassen. Sie werden meist nur zu dem ganz extensiven Anbau von Wassermelonen verwendet. Ein störendes Moment ist lediglich das Vorkommen gewisser undurchlässiger Bodenvarietäten (Nasas und Salak), die wasserundurchlässig sind, und soweit sie in einer Tiefe von weniger als zwei Meter vorhanden sind, für den Orangenbau äußerst schädlich sind. Die Roterden nehmen in dem nördlichen Teil der Küstenebene (d. h. bis etwa Gederä 20 km südl. von Jaffa) sicher 40 Prozent aller Böden ein. Nach Süden hin treten sie mehr und mehr zurück und sind auch mehr auf die küstennahen Teile beschränkt. IV. Einen verhältnismäßig kleinen Teil nehmen dunkle und schwere Böden ein. Dies sind einerseits die sogenannten Sumpfschwäfzerden, die