Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die natürlichen Bedingungen Palästinas und die Zukunft unserer Kolonisation
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
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- Safed 1× ep/1046078
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243 All diese negativen Erscheinungen lagen natürlich nicht an der Beschaffenheit dieser Böden an sich, sondern weil für sie die geeignete Kultur eben im wesentlichen gefehlt hat. Zweifellos könnten auch diese Gebiete, falls für sie geeignete Bewässerungskulturen ausfindig gemacht würden, eine günstigere Entwicklung nehmen. Aber sie sind alle einer Bewässerung nahezu unzugänglich, aus folgenden Gründen: 1. Soweit im Gebirge Quellen vorhanden sind, werden sie von einer intensiven Bewässerungskultur der arabischen Bevölkerimg vollständig verbraucht (Beispiele: Bittir bei Jerusalem, das einen großen Teil des Gemüsebedarfes, Jerusalems befriedigt; Nablus, das teilweise jüdische Fellachendorf Pekin im Obergalil und viele andere). Die Schüttung dieser Quellen ist teilweise erstaunlich klein; so liefert eine der Quellen in dem bekannten. Moza in der Minute wenig mehr als einen Liter. 2. Wo stärkere Quellen vorhanden sind, fließen sie häufig durch so enge Schluchten ab, daß gar kein geeigneter Boden, der bewässert und bebaut werden könnte, vorhanden ist, so z. B. das Wadi Tabahin bei Safed, das Wadi Fara bei Nablus. Erst wo diese Täler in den Jordangraben ausmünden, wäre genügend Areal zu ihrer Nutzbarmachung vorhanden, das aber erst saniert werden müßte. 3. Eine Hebung größerer Wassermassen, die nicht zum menschlichen Gebrauch bestimmt sind, dürfte schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kommen. Für Talsperren ist der Boden wegen seiner Durchlässigkeit durchaus ungeeignet. Die gebirgigen Teile Palästinas kommen so für Bewässerungskulturen so gut wie nicht in Frage. Soweit gute Böden für Olivenanpflanzung, Wein- oder Getreidebau geeignet sind (deren wirtschaftlicher Wert ja als höchst fraglich hingestellt werden muß), sind sie heute die dichtest besiedelten Teile des Landes und aus arabischer Hand schwer zu erwerben. Betrachten wir unter gleichen Gesichtspunkten die Ebenen des Landes: nämlich die Haifa-Akko-Ebenen mit dem mit ihnen verbundenen Längstal (das »Emek«), den Jordangraben und die eigentliche Küstenebene. Beginnen wir mit dem Emek. Die Initiatoren der Emek-Kolonisation haben sich wohl über die spätere Wasserversorgung dieses Gebietes keine großen Gedanken gemacht. Wenn es auch nicht überall so schlimm war, wie bei der famosen Gründung von Afule, wo alles zu einer Stadt da war, nur das Wasser gefehlt hat — jedenfalls ist hier mit einem Dilettantismus gearbeitet worden, von dem man nur hoffen kann, daß er keine Wiederholung finden wird. Eine zentrale Versorgung des Emek mit Wasser wäre ohne Zweifel aus den gewaltigen Quellen am Ostrand der Haifabucht viel billiger gewesen als die Summen, die für Fehlbohrungen nach Grundwasser ausgeworfen wurden. Nun mußte sich aber schon nach verhältnismäßig wenig Bohrungen in diesem Gebiet zeigen, daß hier kein einheitliches, ja teilweise überhaupt kein Grundwasser vorhanden sei. Es herrschte aber bis weit in die Kreise der technisch Gebildeten hinein die wissenschaftlich unhaltbare Vorstellung, daß es ein mit dem Meere niveaugleiches Grundwasser geben müsse. Diese naturgesetzlichen Tatsachen machen schon einmal das ganze Emek für rationelle Kulturen untauglich. (Der Ostteil des Emek, der sogenannte Nuris-Block, macht hiervon eine Ausnahme, da hier weite Strecken durch die Quelle von Ain Charod bezw. den Djalud bewässert werden könnten.) Aber wir haben es nun auch im Emek mit schweren